Den Einkaufsstress erspart

+
Schön hoch mit den Händen: Wer eindeutige Zeichen gab, ersteigerte vielleicht ein Päckchen zugunsten des „Dachgartenspielplatzes“ am neuen Klinikum. Stammkundschaft und andere Besucher schreckte die eisige Kälte kaum. Sie ließen sich den Spaß nicht nehmen.

Offenbach ‐ Kurz vor 12 Uhr kommt die Sonne heraus und taucht das Winterwunderland Offenbach in strahlendes Licht. Darüber freuen sich alle Beteiligten an der Päckchenversteigerung. Von Simone Weil

Denn diese wird vomGewerbeverein Treffpunkt Offenbach und dem städtischen City-Management stets für einen guten Zweck ausgerichtet. Diesmal soll der „Dachgartenspielplatz“ des neuen Klinikums Unterstützung bekommen. Denn kranke Kinder und deren Eltern sind ganz besonders auf Ablenkung und Spaß angewiesen.

Dass das Wetter eine große Rolle bei der Freiluftveranstaltung auf dem Weihnachtsmarkt spielt, weiß City-Managerin Birgitt Möbus. Weil es wieder einmal eisig kalt ist, hat sie sich nicht nur gut eingepackt, sondern auch die Luft angehalten, ob sich wohl genügend Ersteigerer einfinden. Doch trotz aller Bedenken sind es am Schluss stolze 5.140 Euro, die in den Topf des Fördervereins der Klinikum Offenbach GmbH fließen. Allerdings ist es anfangs nur ein schlankes Grüppchen von Besuchern, die Geld ausgeben wollen. Das erste der von Handel, Gastronomie und Unternehmen gestifteten Präsente mit einem Mindestwert von 25 Euro geht an Doris Hoefer-Stützel, die frühere Chefin der Löwenapotheke.

Unter den Bietern sind echte Stammkunden ohne die eine solche Initiative nicht existieren könnte. Ernst Exner ist einer von ihnen. Er erspart sich den Einkaufsstress und bedenkt seine Lieben seit Jahren mit den ersteigerten Gaben. In die Pakete schaut er vorher nicht. „Sie dürfen aber untereinander tauschen, wenn es gar nicht passt“, verrät er. „Fünf Stück, dann ist Schluss“, hat er sich für heute vorgenommen. Doch der Mann hat Humor und schmeißt seinen Vorsatz mit sympathischer Leichtigkeit eben wieder über Bord.

Über eine eisige Stunde dauert es, bis der erste Tusch ertönt

Vor drei Jahren konnte der Bieter neben den eingepackten Präsenten auch noch einen Motorroller mit nach Hause nehmen. Denn unter allen Beteiligten wird am Schluss ein Hauptpreis verlost. Doch zunächst müssen die 115 Päckchen und 28 Gutscheine unters Volk gebracht werden. Aller Anfang ist schwer und zäh. Über eine eisige Stunde dauert es, bis der erste Tusch ertönt, weil 100 Euro fällig sind. Peter Bauer, der als Auktionator für den kurzfristig erkrankten Klaus Kohlweyer eingesprungen ist, versucht sein Bestes, um den Weihnachtsmarktbesuchern Gebote zu entlocken.

Inzwischen machen auch die Hände der städtischen Mitarbeiter nicht mehr mit, die das City-Management unterstützen, in dem sie Bietern die ersteigerten Geschenke gegen Bares bringen: Guter Zweck hin oder her, mit klammen Fingern lassen sich die Geldscheine ganz schlecht zählen.

Auch Kickersfan Wilfried Henning ist wieder mit von der Partie. Bei seiner Frau und ihm hat die Benefiz-Auktion einen festen Platz im Kalender. Mit zehn Geschenken verlässt er diesmal den Weihnachtsmarkt. Einen nicht minder beträchtlichen Präsenteberg hat auch Michael Poeschel angehäuft. „Das macht Spaß und für den guten Zweck macht man auch gerne mit“, meint er. Ob sie es lediglich auf die großen Pakete abgesehen haben? „Auf keinen Fall, auch in den kleinen können tolle Überraschungen sein“, weiß die Gattin.

Während sich die Zahl der eingepackten Weihnachtsgaben langsam verringert, nutzt der Förderverein des Klinikums um Vorsitzenden Hermann Schoppe die Gelegenheit, sich zu bewegen und neue Mitglieder zu werben. Für Rainer Witzel hat es sich schließlich gelohnt, zwei kalte Stunden auszuharren: Er hat mit der Losnummer 100 den Hauptpreis ergattert: ein i-pad im Wert von 500 Euro, gesponsert vom Designstudio „Sensory-Minds“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare