Bekenntnis zum Standort

KOMM feiert millionenschweren Umbau

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Aufwärts soll es nicht nur für diese drei Herren gehen: Oberbürgermeister Horst Schneider, KOMM-Manager Frank Middendorf und Architekt Ulf Bambach (von links nach rechts) sind überzeugt, dass die neue Rolltreppe den Kundenverkehr in den oberen Stockwerken des Einkaufszentrums steigern wird.

Offenbach - Es ist ein Umbau, mit dem man kürzere Wege schafft und sich große Wirkung erhofft: Im Einkaufszentrum KOMM bringen neue Rolltreppen Kunden nun auch am Eingang Große Marktstraße ins Obergeschoss. Das Ende des Umbaus feiert das KOMM mit einem dreitägigen Programm. Von Matthias Dahmer und Sarah Neder 

Gestern war Auftakt. Gut einhundert Schaulustige sammeln sich im Erdgeschoss zwischen H&M und Heberer-Bäcker, drängen sich in den Gang und umzingeln das, was es zu feiern gilt: die doppelte Rolltreppe, die im KOMM nun aus dem Boden ragt. Zur offiziellen Eröffnung der automatischen Stiegen ist gestern neben dem Centermanagement auch die Stadtspitze Offenbachs in den Kundenmagneten am Aliceplatz gekommen. Oberbürgermeister Horst Schneider dankt für den Umbau und erzählt: „Meine Frau geht hier regelmäßig einkaufen und hat nichts von den Arbeiten mitbekommen.“ KOMM-Architekt Ulf Bambach weiß, wieso der Umbau so heimlich vonstatten ging. Das Team hat nachts geschuftet – von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens, berichtet er bei der Einweihung. Zuvor hat Centermanager Frank Middendorf Details des Umbaus erläutert: Rund zwei Millionen Euro steckte der Eigentümer, ein kanadischer Rentenfonds, in die jüngsten Erneurungen im 2009 eröffneten KOMM. Das Konzept für kürzere Wege stammt von Middendorfs Arbeitgeber, der Hamburger Koprian iQ Management GmbH, die seit Oktober 2012 für das Offenbacher Einkaufszentrum verantwortlich ist.

Die in dieser Woche abgeschlossenen Umbauarbeiten, die auch einen „Info-Point“ und eine neue Beleuchtung rund ums neue Rolltreppenpaar bescherten, starteten im Mai. Die beiden Rolltreppen, jede 14 Meter lang, etwa 1,60 Meter breit und acht Tonnen schwer, wurden Anfang August eingebaut. Weil die Statik des Gebäudes es gebot, mussten zwei zusätzliche Pfeiler vom zweiten Untergeschoss bis nach oben eingezogen werden. Hinzu kam während der 80-tägigen Umbauphase die Entsorgung von 160 Tonnen Baustahl. „40 Prozent unserer Kunden kommen durch den Eingang Große Marktstraße“, sagt Center-Chef Middendorf. Um ihnen den langen Weg ins Obergeschoss über die Rolltreppen am Haupteingang zu ersparen, wurden die neuen Treppen geschaffen. Eine große künstliche Lichtkuppel samt 200 zusätzlichen Lampen sorgen dafür, dass die Neuerungen auch richtig zu Geltung kommt.

Für Frank Middendorf ist der Umbau nicht zuletzt auch eine Bekenntnis zum Standort Offenbach. „Wir wollen uns für die Zukunft präsentieren.“ Das KOMM mit seinen 16.000 Quadratmetern Brutto- und 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche habe in den beiden vergangenen ne Jahren positive Zahlen geschrieben, zuletzt seien vier Millionen Besucher im Jahr gezählt worden. Seit Eröffnung des Einkaufszentrums habe sich die Kundenfrequenz in der Offenbacher Innenstadt um 23 Prozent erhöht. Infolge des Umbaus hat das KOMM aber auch Abgänge zu verkraften. Die unmittelbar an der neuen Rolltreppe gelegenen und von den Bauarbeiten betroffenen Läden s.Oliver, Mavi Jeans und Street One sind raus, 700 Quadratmeter im Erdgeschoss sind deshalb derzeit frei.

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Dagegen wird der am Eingang Große Markstraße gelegene Kundenmagnet H&M seine Verkaufsfläche auf das Areal eines angrenzenden ehemaligen Imbisses erweitern. Mit dem Schuhverkäufer Buffalo wurde ein neues Geschäft ins KOMM gelockt. Auf künftige Wunschmieter angesprochen nannte Frank Middendorf einen Herrenausstatter und einen Anbieter von Elektronik. Das KOMM mit seinen insgesamt mehr als 50 Geschäften sei zu 90 Prozent belegt, sagt der Centermanager. Zum KOMM gehört indes nicht nur das Shopping-Erlebnis: In der dritten und vierten Etage befinden sich eine Zahnarztpraxis, ein Dentallabor, ein Architektenbüro, ein Reha-Zentrum, ein Fitness-Studio und eine private Berufsschule, in der Rewe in zwei Klassen Lehrlinge unterrichtet. Für den letzten Leerstand in den beiden Obergeschossen gebe es „hochinteressante Interessenten“, so Middendorf. Der 49 Jahre alte gebürtige Westfale leitet das KOMM seit nunmehr drei Jahren. Offenbach sei zwar ein „Imagezwerg“, dafür aber eine „Chancenriese“, sagt er.

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