Einladungen zu Kaffeefahrten

Polizei: Einige sind nicht zu schützen

Offenbach - Enttäuscht reagierte jetzt Henry Faltin, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen: „Manche Bürger sind nicht zu schützen.“

Aktueller Anlass seiner resignierenden Feststellung: In den vergangenen Tagen gab es wieder vermehrt Einladungen zu Kaffeefahrten - insbesondere eine „holländische Käserei aus Osnabrück“ warb in der Region intensiv mit Einladungen zu sogenannten Gewinnauszahlungsfahrten. Dies rief natürlich auch die Polizei auf den Plan, die Abfahrtskontrollen an den Haltestellen durchführte. In einigen Fällen brachen die Busfahrer die Tour noch vor Beginn ab und lieferten die „Gewinner“ wieder an ihren Zustiegsorten ab.

Bei einer Route über Mainhausen, Hainburg und Rodgau-Rödermark ließen sich am Samstag aber dennoch 23 Personen trotz entsprechender polizeilicher Aufklärung nicht von der Teilnahme am „Ausflug mit Gewinnversprechen“ abhalten.

Fahrt nach Flieden-Rückers

Wie die Beamten des Offenbacher Betrugskommissariates in Erfahrung bringen konnten, ging die Fahrt an jenem Samstag nach Flieden-Rückers. Die Offenbacher Polizisten verständigten die Kollegen in Fulda, die vor Ort eine Kontrolle durchführten: Faltin: „Die versprochenen Preise wurden natürlich nicht ausgehändigt, sondern es fand eine Verkaufsveranstaltung statt, die die Polizei schließlich untersagte.“ Angeboten wurden demnach Vitaminprodukte zum „Vorzugspreis“ von 998 Euro anstelle der „regulären“ 1 598 Euro.

Nach Angaben der Verkäufer ein echtes „Schnäppchen“ - nach Recherchen der Polizei Wucher, da der Hersteller dieses Produkt für unter 30 Euro veräußert. Trotz aller Bemühungen der Polizei liegt nun die erste Strafanzeige eines betrogenen Rentners vor. Statt mit den versprochenen Gewinnen kam der mit weit überteuerten Produkten nach Hause, so Faltin.

psh

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