„Einmal gemeinsam“ mit weniger Leuten

Offenbach ‐ Das vom Unternehmensberater Roland Berger begleitete Programm zum Umbau des Mannheimer Energiekonzerns MVV heißt „Einmal gemeinsam“. Von Thomas Kirstein

Nach drei gleichzeitigen Betriebsversammlungen im Mannheimer Stammsitz und bei den Töchtern Energieversorgung Offenbach (EVO) und Stadtwerke Kiel ist deutlich geworden, dass die beschworene Gemeinsamkeit auf Dauer weniger Mitarbeiter betreffen wird als bisher. Kein Kommentar, heißt es bei der EVO, von der Frankfurter Rundschau genannte Zahlen werden aber unter der Hand bestätigt. Konzernweit will die Mehrheitseignerin MVV in den nächsten drei bis fünf Jahren 500 bis 700 Arbeitsplätze streichen und rund 100 neue schaffen. Konzernweit beschäftigt die MVV rund 6000 Menschen.

Wo sich die rund zehnprozentige Personalreduzierung in den kommenden Jahren niederschlagen soll, ist noch Geheimnis des MVV-Vorstands und seiner Berater. Betriebsräte und Anteilseigner seien vor den Versammlungen nicht informiert gewesen, heißt es. Kündigungen werden bislang ausgeschlossen - zumindest steht das in einem Eckpunktepapier, das Betriebsräte und MVV-Vorstand unterschrieben haben.

„Mich interessiert nur, was davon in Offenbach passieren soll“, sagt Stadtkämmerer Michael Beseler, der derzeit mit der MVV über die Zeit des im Herbst auslaufenden zehnjährigen Bestandschutzes für die EVO verhandelt. Würde jedes Jahr ein Prozent der gesamten Konzernbelegschaft sozialverträglich abgebaut, sei das „noch nicht so erschütternd“. Wichtig ist ihm, dass Offenbach nicht zu Gunsten der Mannheimer Zentrale überproportional bluten muss. Die EVO hat derzeit 880 Beschäftigte.

Grundsätzlich hat Kämmerer Beseler allerdings Verständnis für die Anstrengungen der MVV, Kosten zu reduzieren: Das sei nötig, um auf dem hart umkämpften Energiemarkt mit den wirklich großen Energiekonzernen mithalten zu können.

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