Einsatz im Industriepark ist beendet

+
Der Teleskopmast der Allessa-Werkfeuerwehr, hier bei einem Einsatz im vergangenen Jahr in der Mathildenstraße, steht den Offenbachern künftig nicht mehr zur Verfügung.

Offenbach - Einst war es eine Truppe von 25 Brandschützern, mittlerweile sind es nur noch drei, und zum Jahresende wird die Werkfeuerwehr der Allessa Chemie GmbH am Standort Offenbach Geschichte sein. Von Matthias Dahmer

Nach dem Rückzug des US-Kunstfaserherstellers Invista, des größten Unternehmens in dem von Allessa gepachteten und betriebenen Industrieparks zwischen Friedhof- und Kettelerstraße, sind die Aufgaben der Werkfeuerwehr so geschrumpft, dass sie dort nicht mehr nötig ist, sagt Bernd Schwerzel, Leiter von Wehr und Werkschutz bei Allessa.

Mit dem geordneten Rückzug des unternehmenseigenen Schutztrupps, der bereits im Jahr 1939 als staatlich anerkannte „Werkfeuerwehr Naphtol-Chemie“ geführt wurde, obliegt der Brandschutz auf dem 380 000 Quadratmeter großen Gelände künftig der Berufsfeuerwehr Offenbach.

Kommen auf die Offenbacher damit größere Aufgaben zu ? Hinterlässt das Aus für die Werkwehr Lücken im Brandschutzkonzept der Stadt, zumal sie zum Beispiel bei der Personenrettung mit eingebunden war?

Für Offenbachs Brandchef Uwe Sauer sind zusätzliche Aufgaben oder gar Lücken relativ. Der Amtsleiter spricht lieber von „Auswirkungen“, die das Ende der Werkfeuerwehr für seine Truppe hat.

Die sind freilich gering, sagt er. „Zunächst einmal geht mit der Auflösung die Zuständigkeit für das Gelände wieder auf uns über“, so Sauer. Zudem wird wohl beim vorbeugenden Brandschutz etwas mehr Arbeit anfallen. Aber, so Sauer weiter, man muss auch sehen, warum Allessa die Wehr aufgelöst hat. Weil die verbliebenen Betriebe die Vorhaltung einer Wehr entbehrlich gemacht haben. Auf die Statistik der künftigen Einsätze, da ist sich Uwe Sauer sicher, wirkt sich der Industriepark kaum aus.

Vermutlich wird sich das Fehlen der Allessa-Blauröcke aber im Budget der Offenbacher bemerkbar machen. Denn die Werkfeuerwehr verfügte über einen Wechsellader - ein Trägerfahrzeug zum Transport spezieller Container. An der Rhönstraße besitzt man zwar auch zwei davon. Doch das von Allessa wurde ebenfalls genutzt, so dass Sauer nun darüber nachdenken muss, es dem Unternehmen abzukaufen oder ein anderes gebrauchtes Gefährt dieser Art anzuschaffen.

Mitunter verwendetes Allessa-Spezialgerät war zudem der Teleskopmast, mit dem man in engen oder zugeparkten Straßen besser als mit der Drehleiter zu den Dachgeschossen gelangte. „Wir haben zwei Drehleitern, das ist nicht so dramatisch“, meint Sauer.

Im Industriepark sind derzeit noch ein Allessa-Ableger mit 60 Mitarbeitern, eine Pellets-Firma, ein Catering-Unternehmen sowie die Studios mehrerer Fotografen beheimatet.

Kommentare