Offizieller Einschulungstag an der Beethovenschule

„Rechnen kann doch jeder“

+
Gespannt verfolgen die kleinen ABC-Schützen das von den Klassen des 2. Jahrgangs zusammengestellte Programm für die Einschulungsfeier in der Beethovenschule.

Offenbach - Die Beethovenschule mit zurzeit etwa 500 Schülern sowie 31 Lehrkräften bekam heute, dem offiziellen Einschulungstag in Hessen, Nachwuchs von 123 Erstklässlern in insgesamt fünf Klassen. Von Annalena Barnickel 

Die Schulzeit ist die schönste Zeit. Ältere Schüler möchten das aber eher weniger zu Ohren bekommen. Für sie erscheint „die Penne“ oft als überaus ätzend und sinnlos. Das ist bei den Jüngsten, das heißt den Kindern, die dieses Jahr eingeschult werden, zum Glück noch ganz anders. Heute ist an der Beethovenschule, wie überall in Hessen, Einschulungstermin gewesen. Schon im Bus dorthin erblickt man strahlende Gesichter und teils liebevoll selbstgestaltete Schultüten. Die Muster sind vielfältig. Ob coole Rennautos, rosa Prinzesinnen oder bunte Schmetterlinge, alles ist dabei. Im Raum für die Einschulungsfeier reihen sich die Stühle. Es ist hell und offen, eine aufgeregte, aber angenehme Atmosphäre herrscht unter den Familien, die mitgekommen sind, um ihr Kind an diesem wichtigen Tag zu unterstützen.

Und noch etwas springt sofort ins Auge – oder vielmehr ins Ohr. Im Hintergrund erschallt Ludwig van Beethovens neunte Sinfonie. Und zwar der vierte Satz daraus mit der „Ode an die Freude“. „Das hat auch einen Grund, warum wir genau dieses Werk heute spielen“, erklärt Schulleiter Konrad Ertinger, „denn heute ist für alle in diesem Raum ein Tag der Freude.“ Die Kinder sind neugierig und aufmerksam. Sogar auf die Fangfrage, warum ausgerechnet etwas von Beethoven in dieser Schule gespielt wird, haben sie sofort eine Antwort in petto: „Weil, der war Komponist!“

Kleines Programm für die Neulinge

In diesem Jahr haben die Kinder der 2c und der 2d ein kleines Programm für die Neulinge, liebevoll „kleine wissbegierige Zwerge“ genannt, zusammengestellt. Dabei studierten sie mehrere kurze Lieder ein, in denen es ums Lernen in der Schule geht. Besonders das Lied über das Rechnen erntete großen Applaus. „Rechnen kann jeder, rechnen ist nicht schwer“, lautet eine Zeile. Tja das gilt nur solange, bis die Kinder mit Stochastik und komplizierten Algorithmen konfrontiert werden. Aber das dauert zum Glück noch sehr lange. Was sie genau lernen wollen, wissen die meisten aber schon genau: „Rechnen!“, meint Jana, „Lesen!“, bestimmt Lieselotte, und „Schreiben!“, fordert Hakim. Na, diese frommen Wünsche werden ihnen ihre Klassenlehrer bestimmt erfüllen.

Alles zum Thema Einschulung lesen Sie auf unserer Themenseite

Die Beethovenschule lehrt aber nicht nur von der ersten bis zur vierten Klasse. Auch Vor- und Intensivklassen finden sich dort. „Die Intensivklasse ist für Kinder gedacht, die mit ihren Eltern gerade erst nach Deutschland gekommen sind und gar kein Deutsch können“, erklärt Ertinger, „in diesen Klassen wird der Hauptschwerpunkt auf das Lernen der deutschen Sprache gelegt. Bisher sind noch keine Flüchtlinge darunter, aber ich kann mir vorstellen, in naher Zeit auch irgendwann einmal Flüchtlingskinder hier zu unterrichten.“ Das Leitbild seiner Schule definiert Rektor Konrad Ertinger als ein kulturell vielfältiges und vor allem friedliches Miteinander aller Schüler verschiedener Nationen. Etwa 70 Prozent aller Kinder haben Migrationshintergrund. Nach den Feierlichkeiten werden die Kinder dann unter einigem Gedränge in die Klassen zu ihrer allerersten Unterrichtsstunde geführt. Den Schluss der Rede Ertingers können die Besucher nur unterstreichen: „Wir wünschen euch allen einen guten Start!“

Mehr zum Thema

Kommentare