Eintauchen in digitale Welt

EVO eröffnet ihr neues Rechenzentrum am Offenbacher Stammsitz virtuell

Rechenzentrum Offenbach EVO Werksgelände
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Das Rechenzentrum ist auf dem Werksgelände in Offenbach entstanden – und damit in unmittelbarer Nähe zum weltweit größten Internetknotenpunkt DE-CIX auf der Frankfurter Mainseite. Als Standortvorteil hat sich das EVO-eigene Umspannwerk am Stammsitz erwiesen.

Die Corona-Pandemie hat viele Auswirkungen: gesundheitliche, soziale, wirtschaftliche.  Diese sind zumeist mit negativen Attributen belegt. Und man mag es angesichts ständig steigender Infizierten-Zahlen kaum schreiben: Die ganze Krise hat durchaus positive Effekte. Das Corona-Virus, das seit Anfang des Jahres das Weltgeschehen mitbestimmt, hat einige Dinge extrem beschleunigt – gerade in der digitalen (Arbeits-)Welt. Am Beispiel der heimischen Energieversorgung (EVO) wird das greifbar.

Offenbach - Das „Main DC Rechenzentrum“ mit seinen Kosten von rund 160 Millionen Euro ist selbst für die EVO ein einmaliges Investment. Entsprechend früh haben die Planungen für die analoge Grundsteinlegung an der Andréstraße begonnen. „Das ging bereits im Frühherbst 2019 los“, erinnert sich Sprecher Harald Hofmann. Da es sich um das bislang größte Rechenzentrum in Offenbach handelt, sollte die Grundsteinlegung am 20. März auch gebührend gefeiert werden: aufwändige Einladungskarten für gut 200 Gäste, entsprechendes Catering, Produktion eines Werbefilms unter anderem mit vier Streicherinnen und elektronischen Beats (Leitung: Ralph-Phillip Ziegler, Regie: Tim Seger)...

Es folgte der Lockdown am Sonntag, 15. März, als Deutschland die Grenzen zu fünf Nachbarländern größtenteils dicht machte. Also sagte die EVO am 16. März die Festivität kurzfristig ab. „Was wir natürlich schon befürchtet hatten“, betont Hofmann, der allerdings zugibt, mit einer „gewissen Unbedarftheit“ die Eröffnungsfeier auf den Herbst verschoben zu haben. Jetzt hat die Pandemie sie erneut gestoppt.

Virtuelle Eröffnung: Jeder Offenbacher kann zuschauen

„Aber wir haben viel gelernt in der Zwischenzeit. Einladungskarten wurden gar nicht erst gedruckt“, so der Sprecher. Die Umplanung für eine kontaktlose Feier geht schnell und geräuschlos. Jeder Gastredner (Minister Tarek Al-Wazir, Oberbürgermeister Felix Schwenke, MVV-Vorstand Dr. Georg Müller, EVO-Vorstand Dr. Christoph Meier) sitzt in einem separaten Büro und spricht im Livestream. Ja, warum eigentlich nur für Geladene? Und nicht für jedermann? „Wir setzen auf Digitalisierung, bauen ein großes Rechenzentrum, feiern eine virtuelle Eröffnung. Da ist es doch nur konsequent, wenn wir online dem Bürger zeigen, wie die neue digitale Welt funktioniert“, so Hofmann. Also Offenbacher am Freitag, 30. Oktober, von 10.30 bis 11.15 Uhr: Genau hingeschaut.

Dabei beschreitet die EVO selbst seit März Neuland: Homeoffice für viele Mitarbeiter, Skype-Sitzungen (Kommunikationstool für kostenlose Anrufe und Chats). Corona habe viele Pläne über den Haufen geworfen, die EVO habe parallel jedoch einen Digitalisierungs- und Entwicklungsschub gemacht. „Mobiles Arbeiten für den größten Teil der Belegschaft hätte es so nicht gegeben... So etwas wäre in der modernen Arbeitswelt sicher gekommen, aber nicht binnen dieser kurzen Periode.“ Voraussetzungen dafür sind schnelle Datenverbindungen – und die laufen in Rechenzentren zusammen. „Der Bedarf an solchen Zentren ist nicht geringer geworden – im Gegenteil...“ Heißt: Willkommen in der digitalen Welt!

Von Martin Kuhn

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