Mit Termin und Test

Einzelhandel in Offenbach öffnet – das sind die Regeln

Der große Kundenansturm blieb gestern Vormittag in der Innenstadt noch aus.
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Der große Kundenansturm blieb am Freitagvormittag in der Innenstadt von Offenbach noch aus.

Nach monatelanger Schließung wegen der Corona-Pandemie ist es seit Freitag so weit: Der Einzelhandel in Offenbach darf wieder öffnen.

Offenbach – Der Einzelhandel in Offenbach darf nach monatelanger Schließung wegen der Corona-Pandemie wieder öffnen. Mal wieder. Waren in den vergangenen Wochen ausschließlich jene Geschäfte geöffnet, deren Angebot den sogenannten täglichen Bedarf deckt, ist das nun etwa auch Bekleidungsgeschäften gestattet.

An fünf aufeinanderfolgenden Tagen musste der Inzidenzwert stabil unter 150 bleiben, um neben dem Wechselunterricht in Schulen auch die Ladenöffnung möglich zu machen. So schreibt es die Bundesnotbremse vor. Auch in Offenbach ist es nun soweit.

Einkaufsbummel in Offenbach ist weniger entspannt – Corona-Test ist Pflicht

Von einem entspannten Einkaufsbummel kann aber nicht die Rede sein. Die Öffnung bleibt entsprechend der Notbremse weiterhin an strenge Regeln gekoppelt. Ins Geschäft darf nur, wer einen Termin hat und außerdem einen aktuellen negativen Corona-Test vorzeigen kann. Vollständig Geimpfte benötigen zwei Wochen nach der zweiten Spritze ebenso wie Genesene zwar keinen Test, dafür aber einen entsprechenden Nachweis über Impfstatus oder überstandene Krankheit.

Bei den Geschäften in der Innenstadt hält sich der Andrang am gestrigen Morgen kurz nach Ladenöffnung noch in Grenzen. Vor Galeria Kaufhof an der Frankfurter Straße stehen immer wieder ein paar wenige Einkaufwillige an. Bei TK Maxx bildet sich um kurz nach 10 Uhr zunächst sogar eine kleine Schlange, wenige Minuten später sind es nur noch vereinzelte Kundinnen und Kunden, die Terminbestätigung, entsprechende Corona-Nachweise und Ausweis vorzeigen.

Shoppen nur mit Test: Der Andrang beim Corona-Testzentrum in der Hintergasse war darum am Freitag groß.

Ein ähnliches Bild im Einkaufszentrum KOMM am Aliceplatz: Vor den Türen der großen Bekleidungsketten H&M und New Yorker warten jeweils maximal eine Handvoll Menschen auf Einlass. Überall ist zu beobachten, wie Personal an den Eingängen Unterlagen kontrolliert und über die aktuellen Vorschriften aufklärt.

Geschäfte in Offenbach: Viele Kunden wissen nichts von Öffnungen

„Keiner weiß irgendwas, wir müssen alles erklären“, sagt Ulrike Schmittinger vom Schuhhaus Pauthner. Die aktuellen Regelungen bezüglich Test oder Impfnachweis kenne kaum jemand. Und auch die Öffnung generell sei noch zu wenigen Leuten bekannt. Ein paar Kundinnen und Kunden hätten bei ihr bislang Termine vereinbart. „Aber das ist nicht weltbewegend.“

Es seien eben sehr viele Einschränkungen, mit denen die Öffnung verbunden sei, sagt Stefan Becker, Geschäftsführer von M. Schneider und in Offenbach für drei Läden verantwortlich. Neben Terminvereinbarungen, zeitlichen Begrenzungen und Tests komme etwa beim M. Schneider-Haupthaus an der Frankfurter noch hinzu, dass wegen des Umbaus nur zweiter und dritter Stock geöffnet seien. Kundschaft komme trotzdem, auch wegen der Angebote.

14 Termine dürfen Becker und sein Team pro halbe Stunde vergeben. Am Freitag war bis zum Nachmittag alles ausgebucht. Dennoch bedeutet die Öffnung vor allem viel Aufwand. Alleine fünf seiner Mitarbeiter seien mit Terminkoordination, Einlass- und Ausgangskontrollen beschäftigt. Für kleine Läden rechnet sich das kaum. „Aber wir sind natürlich froh. Immerhin hatten wir seit Januar nur drei Wochen mit Click & Meet geöffnet“, sagt Becker.

Noch ist Aufklärungsarbeit nötig. Längst nicht alle wissen, welche Regeln derzeit gelten.

Galeria Offenbach: Freude über Öffnung ist groß

Auch beim gesamten Kaufhof-Team sei Freude groß, heißt es von Filialgeschäftsführer Karsten Sinnig. „Wir bei Galeria in Offenbach freuen uns sehr, mit neuer Frühjahrsware und tollen Angeboten unsere Kunden begrüßen zu dürfen. Wir haben auf unseren großen Flächen mit einem bewährten Hygienekonzept alles dafür getan, dass das Einkaufen so sicher wie nur möglich ist.“

Während die Einzelhändler also noch auf Besserung und Kundschaft warten, lässt der Ansturm auf das Testzentrum vom Betreiber MVZ Medical Care am Freitagvormittag vermuten, dass zumindest letztere im Anmarsch ist. Am Eingang in der Hintergasse warten zwischen 20 und 30 Menschen auf Test und Ergebnis.

Nichtsdestotrotz hoffen die Ladenbetreiber jetzt vor allem auf eine andauernde Inzidenz unter 100. Dann nämlich entfällt zumindest die Testpflicht. (Lena Jochum)

Bereits im März durften die Geschäfte in Offenbach zwischenzeitlich öffnen.

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