Firmenpaket

Elektroautos für Offenbacher Unternehmen

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Stellten gestern die künftig von Offenbacher Unternehmen mietbaren Stromer – hier ein Mitsubishi iMiev – vor (von links): Bürgermeister Peter Schneider, Leitstellen-Chefin Anja Georgi und Janine Mielzarek, Leiterin des neuen Projekts.

Offenbach - Nachdem seit längerem eine Leihstation am Markplatz den elektromobilen Kunden lockt, Fahrräder, Müllfahrzeuge und – mehr schlecht als recht – ein Linienbus unter Strom gesetzt wurden, packt die Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) ein weiteres Projekt an. Von Matthias Dahmer

In einem vom Bund bis September 2015 geförderten Modellvorhaben sollen Offenbacher Unternehmen dazu bewegt werden, Elektroautos von der SOH zu mieten. Insgesamt stehen im Zuge des „Elektromobilität in Offenbach“ getauften Projekts 40 Fahrzeuge vier verschiedener Hersteller zur Verfügung.

Die Stadtwerke leasen die Wagen bei Händlern und geben sie über Mietverträge mit einer Laufzeit von 36 Monaten an die Firmen weiter. Schmackhaft gemacht werden soll den gewerblichen Kunden das Angebot unter anderem mit einem attraktiven Service-Paket.

Modellprojekt startet im Oktober

Weitere Zielsetzung: Mehrfachnutzung der Autos zwecks höherer Auslastung. Will heißen: Werktags rollen die Stromer für den jeweiligen Betrieb, an Wochenenden und an Feiertagen dürfen Mitarbeiter zur privaten Spritztour ans Steuer oder kann der Wagen fürs öffentliche Car-Sharing zur Verfügung gestellt werden.

Gestartet ist das Modellvorhaben bereits im Oktober des vergangenen Jahres. Dass es bislang nicht so richtig auf Touren gekommen ist und erst fünf Fahrzeuge an die Stadtwerke und ihre Töchter vermietet wurden, erklärt Anja Georgi, Chefin der regionalen Projektleitstelle Elektromobilität, mit den umfangreichen Vorarbeiten. So musste etwa ein Versicherer gefunden werden, der dieses Modell akzeptiert, galt es Details der geplanten Vermietung festzuklopfen. Hinzu kommt: Der offizielle Förderbescheid vom Bund kam Mitte Februar. „Wir legen mit dem Projekt erst jetzt richtig los und gehen die in die Vermarktung“, sagt Georgi. Mit drei Interessenten außerhalb der Stadtwerke würden derzeit Gespräche geführt.

Offenbach ist seit 2009 elektromobile Modellregion

Bürgermeister Peter Schneider nennt einen weiteren Grund für den zögerlichen Beginn: Das Vorhaben habe auch vor dem Hintergrund der Schutzschirm-Diskussion bewertet werden müssen. „Ich bin froh, dass es nicht auf die Streichliste gekommen ist.“ 650.000 Euro gibt die SOH für das Modellprojekt der Flottenlösung aus. Schneider ist überzeugt, das Thema Elektromobilität werde angesichts zunehmender Diskussionen über die Luftbelastung in den Städten an Bedeutung gewinnen.

Seit 2009 ist Offenbach Regionale Leitstelle der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main. Derzeit werden zehn Projekte von insgesamt 28 Partnern umgesetzt. Die Modellregion wird mit 17,4 Millionen Euro vom Bund gefördert, das Gesamtvolumen der Vorhaben beläuft sich auf 31,1 Millionen. Die Schwepunkte liegen gemäß der Zielsetzung des Bundes auf Flottenlösungen, dem Einbinden der lautlosen und klimafreundlichen Technik in andere Verkehrsmittel-Angebote, dem Ausbau der Elektromobilität bei Logistik-Unternehmen sowie der wissenschaftlichen Begleitforschung.

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