Grünes Licht vom Bund

Elektromobilität: Weitere Projekte starten

+
Regina Preis ( SOH) freut sich über die Förderzusage von Dr. Veit Steinle (Bundesverkehrsministerium).

Offenbach - Zusage des Bundes: Weitere Projekte zum Ausbau der Elektromobilität in Rhein-Main können starten. Die Zeit drängt, sollen bis 2020 eine Million Autos mit Alternativantrieb auf die Straße. Von Fabian El Cheikh

Lesen Sie auch zu diesem Thema:

Energiebomben auf dem Prüfstand

Elektromobilität: Fortschritte in der Modellregion Rhein-Main

Nicht mehr als fünftausend Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb sind derzeit auf deutschen Straßen unterwegs. Diese Zahl und die Erkenntnis, das noch einiges geschehen muss, um die Bundesbürger von Elektromobilität zu überzeugen, brachte Dr. Veit Steinle gestern aus dem Bundesverkehrsministerium mit nach Offenbach. Im Gepäck hatte der Leiter der Abteilung Umweltpolitik und Infrastruktur im Ministerium aber auch Handfestes, auf das die 17 Projektpartner der mit viel Geld und Aufwand ins Leben gerufenen Modellregion Rhein-Main sehnsüchtig gewartet haben: Im Kickers-Stadion überreichte Steinle Förderbescheide in Höhe von zehn Millionen Euro.

Mit Übergabe des Geldes fiel denn auch der offizielle Startschuss für insgesamt sieben Demonstrationsvorhaben der Projektpartner (siehe Hintergrund), die sich im Vorjahr zur neuen Allianz Elektromobilität zusammengeschlossen haben. Diese Allianz, attestierte Eric Seng vom hessischen Wissenschaftsministerium, sei ein „kluges Unterfangen, um gemeinsam stärker aufzutreten und eine intelligente, nachhaltige Mobilität zu fördern“. Wichtig ist dies aus Sicht Wiesbadens vor allem deshalb, weil Hessen ein klassisches Transitland sei.

Hessen braucht zukunftsfähige Lösungen

Um dies zu untermauern, nannte auch Seng konkrete Zahlen: „330.000 Autos passieren täglich das Frankfurter Kreuz, 350.000 Reisende zählt der Frankfurter Hauptbahnhof und 50 Millionen Fluggäste jährlich die Fraport.“ Für Hessen sei es bei so einer Verkehrsdichte wichtig, zukunftsfähige Lösungen auch im Sinne nachfolgender Generationen zu finden. „Damit verknüpft sind auch Wohlstand und Wirtschaftskraft der Region.“ Noch fehle allerdings die Initialzündung, der große Markteintritt der alternativen Antriebe, zeigte der Vertreter der Bundesregierung bei aller Euphorie der Projektbeteiligten nüchternen Realitätssinn: „Das Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, ist hoch gesteckt.“ Größte Hindernisse bislang: mangelnde Akzeptanz und technische Unzulänglichkeiten. „Wir warten immer noch auf den Quantensprung in der Batterietechnik.“

Doch nicht nur darauf: Steinle ließ mehrmals durchblicken, dass er auch die deutschen Automobilhersteller in der Pflicht sieht. „Bislang treten vor allem ausländische Marken auf den Markt.“ Käufer hochwertiger deutscher Marken würden sich für solche Modelle kaum interessieren. Das sei letztlich auch ein entscheidender Grund, warum das CSU-geführte Verkehrsministerium zum jetzigen Zeitpunkt auf eine Kaufprämie verzichte: „Bei der Abwrackprämie hat vor allem die ausländische Konkurrenz profitiert“, so Steinle. „Außerdem würde eine solche Prämie angesichts der derzeitigen hohen Preise für Alternativantriebe verpuffen“, ergänzte er und verwies auf Frankreich, wo Käufer mehrere tausend Euro als Anreiz vom Staat erhielten, ohne dass sich die Zahl solcher Fahrzeuge nennenswert erhöht hätte. „Wir haben immerhin zehn Jahre Steuerfreiheit.“

Ziel: E-Mobil-Angebote in der Region stärker vernetzen

Regina Preis, Sprecherin der Stadtwerke Holding betonte, wie wichtig es sei, „die E-Mobil-Angebote in der Region stärker zu vernetzen“ – eines der Ziele, die sich die neue Allianz gesetzt habe. Anja Georgi von der Offenbacher Nahverkehrsgesellschaft NiO ergänzte: „Der Mensch soll künftig zumindest in den Ballungsräumen in einer geschlossenen Mobilitätskette unterwegs sein. Auch der letzte Kilometer bis zur Haustür soll etwa mit E-Bikes bewältigt werden.“

Steinle verwies auf die Förderung von Projekten durch das Bundesverkehrsministerium auch bei der Bahn (Dieselhybridlokomotiven, in Kürze auch auf der Strecke Frankfurt-Miltenberg), beim Schiffsverkehr (Brennstoffzellenantrieb) und in der Luft (elektrische Startantriebe). „Wir müssen überall den Schadstoffausstoß senken.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare