Elektroräder begeisterten

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Strom ist gut: Die Funktionsweise der S-Bahnen durften große und kleine Fans in einem Führerstandsimulator der Deutschen Bahn ausprobieren.

Offenbach - Noch klingt alles nach Zukunftsmusik: Ein Hybridbus, der batteriebetrieben entlang der Linie 103 zwischen Frankfurt und Offenbach pendelt und seinen Dieselmotor nur nutzt, wenn die Stromreserven nachlassen, verbindet Bornheim, Mühlheim, den Marktplatz und das Neubaugebiet An den Eichen. Von Simone Weil

Dort wird mittels sogenannter Energie-Plus-Häuser Strom für die mobile Nutzung produziert. Lade- und Versorgungsstationen entstehen in den Quartieren entlang der Strecke. An zentralen Punkten gibt es Car-Sharing-Stationen und vieles mehr, was dazu beiträgt, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern.

Was in der Leitstelle der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main bei der Stadtwerke Holding Offenbach erdacht und erarbeitet wird, hat mit Science-Fiction wenig zu tun: Wenn alles klappt, rollen ein oder zwei der Hybrid-Busse schon im kommenden Jahr auf der Strecke der Linie 103. Doch bis dahin muss noch eifrig informiert werden über nachhaltige Mobilität.

Deswegen hatte die Lokale Nahverkehrsorganisation Offenbach (LNO) zum Aktionstag ans Rathaus eingeladen. Vor allem die „Pedelecs“ lockten die Besucher an. So mancher nutzte die Gelegenheit, mit diesen Zweirädern zu fahren, bei denen der Elektromotor seine Leistung zur Tretkraft hinzugibt. „Die Leute sind immer begeistert“, sagte Dr. Dag Schulze.

Zehn bis 15 Kilometer ohne größere Anstrengung

Der Projektleiter des Klima-Bündnisses ist überzeugt, dass viele für das umweltfreundliche Gefährt zu gewinnen sind, weil man ohne größere Anstrengung locker zehn bis 15 Kilometer fahren kann. Schulze: „Viele Unternehmen haben keine Dusche. Das hält einige davon ab, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen, weil sie dann verschwitzt sind und sich umziehen müssen. Mit dem Elektrorad aber kommt man bequem an.“ Ein Manko allerdings ist der stolze Preis: Etwa 2 000 Euro müsste man nach Auffassung des Experten für ein vernünftiges Gefährt ausgeben - auch wenn asiatische Billigexporte beim Discounter zu haben sind.

Wer keine Anschaffung tätigen will, fährt auch umweltfreundlich, wenn er sich ein Auto nur dann leistet, wenn er es wirklich braucht. Möglich macht dies das Car-Sharing-System des Anbieters Stadtmobil, bei dem die Nutzer ihren Bedarf anmelden (per Telefon oder Internet) und in Frankfurt, Hofheim und Offenbach 53 Fahrzeuge an 26 Stationen (drei davon in Offenbach) holen und wieder abstellen können. Bürgermeisterin Birgit Simon überlegt, ob dieses System in die Stadtverwaltung eingebaut werden kann.

Beim Aktionstag präsentierten sich auch das Amt für Umwelt, Energie und Mobilität Offenbach, die Deutsche Bahn Regio Hessen AG, die Firma Lautlos durch Rhein-Main, die Offenbacher Verkehrs-Betriebe, der Rhein-Main-Verkehrsverbund sowie die Stadtwerke Offenbach Holding (Projektleitstelle Elektromobilität der Modellregion Rhein-Main).

Elektrobus aus Italien kein Thema mehr

Der zunächst angekündigte Elektrobus, den man in Italien hatte ausleihen und vorzeigen wollen, war bei der Veranstaltung kein Thema mehr. An finanziellen und bürokratischen Gründen war das Unternehmen gescheitert.

Ein Anziehungspunkt war dafür der Simulator eines S-Bahn-Führerstands, der vor allem kleine, aber auch große Männer anlockte. Per Laptop wurde den Bahnfans vorgegaukelt, sie würden den Zug selbst steuern.

Alfred Bussweiler von NiO informierte über die Anstrengungen, mehr Ältere für den ÖPNV zu begeistern: Dabei geht es darum, Senioren Ängste zu nehmen und den Zugang zu erleichtern, in dem zum Beispiel die Informationen an Haltestellen auf ihre Verständlichkeit abgeklopft werden. Außerdem beschäftigt man sich mit der Frage, ob man mittels des elektronischen Systems, das demnächst tatsächliche Abfahrtszeiten anzeigen wird, auch Sehbehinderten mehr Service anbieten kann. So könnten Ansagen von Fahr plandaten abrufbar sein, erläutert Klaus Pormetter.

Doch zunächst startet man Schulungen für ältere Fahrgäste. Unter dem Motto „Senioren trainieren Senioren“ werden zunächst Personen ab 55 Jahren ausbildet, die dann Wissenswertes an Gleichaltrige vermitteln sollen.

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