Feier zum elften Geburtstag

Kulturzentrum Hafen 2: Party an „nettem Ort“

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Alexandra Brückmann aus Dietzenbach bot bei der Party im Hafen 2 Produkte ihres Labels „Alma“ an.

Offenbach - „Die erste Geburtstagsfeier vor zehn Jahren stand unter dem Anspruch, ‘Polytechnisches Amusement´ zu bieten. Ob Kunst, Film, Theater, Performance oder Musik – das Angebot sollte aus allen Sparten kommen“, erläuterte Andrea Weiß. Von Claus Wolfschlag 

In den vergangenen zwei Jahren wurde bedingt durch die Strapazen des Umzugs des Kulturzentrums nur ein abgespecktes Programm verwirklicht. Doch in diesem Jahr wurde das Veranstaltungs-Konzept wieder erweitert. Als Performance könne man, so Weiß, ja bereits die Eröffnung des Abends betrachten. Die frühen Gäste wurden mit einer mehrstöckigen Geburtstagstorte und Sekt empfangen. Zudem konnten sie an einer Tombola teilnehmen. Drei Lose gewannen je eine Jahreskarte für die Hafen2-Veranstaltungen.

Der Abend startete mit dem deutschen Spielfilm „Kaptn Oskar“. Zudem wurden im neben dem Eingang stehenden alten Kamelwagen in einer Endlosschleife die Filme „4:48“ und „Berlinized“, eine Dokumentation über die deutsche Hauptstadt, gezeigt. Bei den Filmen bestanden die organisatorischen Vorgaben, dass sie relativ kurz und leicht konsumierbar sein sollten. „Zufälligerweise dominierte diesmal das Berlin-Thema. Viele sagen aber auch, dass beim Hafen2 ohnehin jener besondere Berlin-Geist bestehe, der bei viele Kulturinteressierten zu einer Art Marke geworden ist“.so Andrea Weiß. „Viele Angebote entstehen aber gar nicht so konzeptionell, sondern ganz zufällig.“

Der Abriss des alten Lokschuppens, der jahrelang den „Hafen2“ beherbergte, steht unmittelbar bevor. Nun ist der langsame Ausbau des neuen Kulturzentrums eine wichtige Aufgabe. Noch nicht alles ist perfekt. Zwar wurde viel Arbeit in die Bühnenakustik gesteckt, aber die Beleuchtung ist noch nicht auf Strom sparende LEDs umgestellt. Die östliche Wiese soll noch gärtnerisch überarbeitet werden. Für den Kunst-Sektor ist bislang noch nicht der richtige Ort gefunden worden. Es ist daran gedacht, den alten Kamelwagen im nächsten Jahr zum Kunstraum auszubauen. Doch dazu ist der Einbau einer neuen Tür nötig, und das erfordert Geld. Deshalb finden Kunstpräsentationen bislang nur zeitlich sehr begrenzt statt. „Die Perspektive ist jedenfalls unschlagbar“, so Weiß. „Es ist viel schöner, die vielen Ideen umzusetzen, wenn man weiß, dass man 20 Jahre Zeit hat. Im Lokschuppen herrschte immer Unsicherheit. Stets hatte man das baldige Ende vor Augen.“

Offenbachs „1. Styling Queen“ im Hafen 2

Offenbachs „1. Styling Queen“

Die Geburtstagsfeier zeigte, dass das neue Domizil längst vom Publikum angenommen worden ist. Es gäbe sogar mehr Zuspruch, als man momentan noch logistisch bewerkstelligen könne, so Weiß. Zahlreiche Konzertauftritte unterhielten die Gäste in der großen Halle und auf der kleinen Bühne im Café. Als Hauptact lockte die Berliner Rockband „Die Türen“. Im Garten wärmten sich Raucher und Frischluftfreunde an einem Lagerfeuer oder warmen Speisen. Erstmals baute Alexandra Brückmann ihren Verkaufsstand auf dem Areal des Kulturzentrums auf. Die Autodidaktin aus Dietzenbach stellt seit 2010 Messingschmuck und Bekleidungsstücke her, seit zwei Jahren unter dem Label „Alma“. „Gewöhnlich verkaufe ich auf Designer-Märkten und über meinen Online-Shop. Heute ist es nett hier, aber Käufer finden sich bei einem Festival leider selten. Also, sehe ich das eher als einen Werbungserfolg. Die Leute sehen mein Sortiment, nehmen Flyer mit.“

Mehr Publikumsverkehr fand sich an dem daneben aufgebauten Stand der „Siebdruckpiraten“. Die drei Freundinnen Franka, Anacarlotta und Kira fertigten gegen eine freiwillige Spende frische Siebdrucke. Aufnäher, Briefpapier oder Jute-Taschen konnten mitgenommen werden. Bei den Gästen kam das Angebot gut an. Pädagogin Heike aus Frankfurt gab zu, schon oft im Hafen2 gewesen zu sein, aber das erste Mal auf einer Geburtstagsfeier. Deren Mischung sei bestens gelungen: „Hafen2 ist einfach der netteste Ort von Offenbach.“

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