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Anspruch auf Kita-Platz: „Mit Hängen und Würgen“

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Offenbach - Ab heute haben auch ein- und zweijährige Kinder einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Noch haben zwar nicht alle Kleinkinder einen Platz. Von unseren Redaktionen

„Aber mit Hängen und Würgen werden wir es alsbald hinbekommen“, meint eine Erzieherin, die wohl stellvertretend für viele ihrer Kollegen spricht. Die Situation in den Kommunen der Region:

Dietzenbach

Das durchschnittliche Versorgungsziel wird voraussichtlich erst im Herbst 2014 erreicht. Bislang stehen 124 Plätze in städtischen und privaten Einrichtungen zur Verfügung, hinzu kommen noch 30 bei Tagesmüttern. Das entspricht 19,3 Prozent. Aber schon im September sollen es 26,8 Prozent sein, wenn 36 Plätze des Dekanats Rodgau im Haus der evangelischen Kirche folgen sowie 24 in der Kita IX (Rodgaustraße). Außerdem baut die Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach nach den Sommerferien ein Familienzentrum an der Rodgaustraße. Dort sind bis März 2014 unter anderem zehn U3-Plätze vorgesehen. Bis dahin soll es auch in der Kita VI (Weiherstraße) Raum für zwei neue Gruppen à zwölf Kinder geben. Die gleiche Anzahl entsteht bis Oktober nächsten Jahres an der Kita III (Martinstraße), so dass es dann unterm Strich 272 Plätze wären. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, meint Fachbereichsleiter Walter Fontaine, der sich angesichts des Betreuungsgeldes auf eine sinkende Nachfrage nach U3-Plätzen einstellt. Zwar liegt ihm zurzeit eine Warteliste mit 107 Kindern vor, mit Klagen rechnet er aber nicht.

Münster

Der Abdeckungsgrad bei U3 liegt laut Bürgermeister Walter Blank bei 34,39 Prozent. „Bei uns ist alles im grünen Bereich, wir sind mit allen kirchlichen Einrichtungen im Gespräch.“ Zwar gebe es Wartelisten auf Wunschplätze der Eltern, doch verzeichne man keine Engpässe wegen der U3-Plätze.

Eppertshausen

Alle Kinder, deren Eltern allein erziehen oder berufstätig sind, erhalten einen Kita-Platz. Die Abdeckungsquote für Ü3 liege bei 95, für ein- und zweijährige Kinder bei 35 Prozent.

Dreieich

Die Stadt wird eine Quote von rund 29 Prozent einschließlich Tagesbetreuung erfüllen. Nach Eröffnung der Kita Hegelstraße am 1. November wird die Quote 34 Prozent betragen. Noch gibt es eine Warteliste für Kinder, die einen U3-Platz suchen.

Dieburg

Die Stadt ist bei der Betreuung der Kinder unter drei Jahren an der Spitze im Landkreis Darmstadt-Dieburg: Mit über 60 Prozent Abdeckung führt die Stadt mit weitem Abstand die Liste an - allerdings erst, wenn die erweiterte Kindertagesstätte St. Martin 2014 in Betrieb gegangen ist. Ganz anders im sehr kinderreichen Groß-Zimmern: Mit 14,6 Prozent bildet die Kommune das Schlusslicht im Landkreis. Im Frühjahr 2014 kann eine zusätzliche Kita für U3-Kids bezogen werden, dann liegt Groß-Zimmern bei 30 Prozent.

Seligenstadt

Für die Stadt bedeuten die U3-Vorgaben und die 35-Prozent-Absprache, dass 165 Betreuungsplätze in Krippen und Tagespflege vorgehalten werden müssen. Derzeit gibt es ein Krippenangebot von 92 Plätzen. Hinzu kommen zehn Plätze, die in diesem Jahr in der Kita „Wilde 13“ geschaffen werden, sowie 20 zusätzliche Krippenplätze, die durch Umwandlungsmaßnahmen in den beiden Kindertagesstätten St. Marien und Regenbogen entstehen. Mit diesen zusätzlichen 20 Plätzen stehen in Seligenstadt insgesamt 122 Krippenplätze zur Verfügung. Gemeinsam mit den 45 Tagespflegeplätzen umfasst das U3-Betreuungsangebot dann 167 Plätze - damit kann die empfohlene Versorgungsquote erreicht werden.

Rödermark

Die Quote ist zum Stichtag noch nicht erreicht worden. 640 Kindern unter drei Jahren stehen 191 Betreuungsplätze zur Verfügung: 29 bei der Stadt, 129 bei freien Trägern, 36 bei Tageseltern. Das entspricht knapp 30 der geforderten 35 Prozent. Im Dezember eröffnet die Stadt eine neue Mini-Kita in Ober-Roden und vergrößert die Gruppen, dann steigt die Quote auf 40 Prozent.

Hanau

Zwar wird die Quote von 35 Prozent nicht ganz erreicht, gleichwohl sieht man sich gut gerüstet, den Rechtsanspruch auf eine Betreuung von ein- und zweijährigen Kindern erfüllen zu können. Allen 470 Kindern im entsprechenden Alter, die von ihren Eltern für eine Betreuung angemeldet wurden, konnte ein Platz vermittelt werden - entweder in einer städtischen Einrichtung, einer Kita freier Träger oder über den in Hanau stark ausgebauten Tageseltern-Service. Aufgrund steigender Bevölkerungszahlen geht man in Hanau von einem weiter wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen aus. Bis 2016 sollen daher zusätzlich 752 neue Plätze entstehen, die je nach Bedarf auch für die U3-Betreuung eingesetzt werden.

Langen

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In der 35 000-Einwohner-Stadt stehen aktuell für knapp 33 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder Plätze zur Verfügung. Eine Ausweitung des Angebots noch im Laufe dieses Jahres ist laut Magistrat nicht drin. Die jüngste Meldeamts-Statistik (Stichtag 30. Juni) weist 923 Mädchen und Jungen unter drei Jahren aus. Dieser „Grundmenge“ stehen aktuell 219 U3-Betreuungsplätze gegenüber. Sie untergliedern sich in 64 Plätze in städtischen Einrichtungen, 98 bei freien Trägern, zehn bei kirchlichen Trägern sowie 47 in der Tagespflege. Das Angebot deckt die Nachfrage bei Weitem nicht – „momentan haben wir 194 Voranmeldungen für Kinder, die nach dem 1. September 2010 geboren sind“, berichtet Sandra Wettlaufer vom städtischen Fachdienst. Seit 2008 hat die Stadt 70 Plätze im U3-Bereich neu geschaffen; im Neubau der Kita an der Zimmerstraße auf dem alten SSG-Sportplatz (20 Plätze) sowie der Unterstützung des evangelischen Kirchengemeindeverbands bei der Einrichtung einer U3-Betreuung in der Martin-Luther-Gemeinde (ebenfalls 20 Plätze) sieht der Magistrat die nächsten konkreten Schritte, um dem Platzmangel zu begegnen - freilich erst in 2014.

Egelsbach

In der 11 000-Einwohner-Stadt kommen Eltern von zirka 200 Kindern in den Genuss des Rechtsanspruchs. Über eine Warteliste ist bei der Gemeinde Bedarf für ungefähr 100 Plätze angemeldet. Dieser Nachfragequote von ziemlich genau 50 Prozent stehen de facto 52 Plätze gegenüber – 42 in Gemeinderegie sowie zehn in einer privaten Kinderkrabbelgruppe. Umgelegt auf die Gesamtstärke der U3-Jahrgänge kommt Egelsbach somit aktuell auf eine Betreuungsquote von 26 Prozent. Platzangebot und Quote werden sich Zug um Zug verbessern, kündigt Bürgermeister Jürgen Sieling (SPD) an. Bis Jahresende sollen 18 weitere Plätze folgen, und zum Stichtag 1. Januar 2014 werde das Rathaus sogar in der Lage sein, bis zu 70 zusätzliche Plätze vorzuhalten. Dafür wurde und wird kräftig in den Ausbau der Kapazitäten investiert; das Baubudget der Gemeinde liegt bei 3,5 Millionen Euro.

Rodgau

Aktuell liegen der Stadt keine Anmeldungen für Kinder vor, die noch schnell im August/September zum Beispiel einen Krippenplatz brauchten. Demnach wäre die Quote zu 100 Prozent erfüllt. Ob dies auch durch Hilfe innerhalb der Familien erreicht wurde, ist der Stadt nicht bekannt. Eine Warteliste gibt es gleichwohl. Dies betrifft allerdings Anmeldungen für das nächste Kindergartenjahr im neuen Familienzentrum, das derzeit im Stadtteil Jügesheim gebaut wird. In Rodgau bieten zum 1. August diverse Einrichtungen insgesamt 375 U3-Plätze an. Die meisten davon (84) im Stadtteil Dudenhofen.

Babenhausen

Der Bedarf ist gedeckt. Ein Platz ist noch in Hapertshausen frei und elf in der Tagespflege. Insgesamt stehen für 40 Prozent der Kinder unter drei Jahren Plätze zur Verfügung. Das Ziel von 50 Prozent soll 2014 erfüllt werden. Klagen und Wartelisten gibt es nicht.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

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Obertshausen

„Wir haben unsere Pflicht noch nicht erfüllt“, räumt Bürgermeister Bernd Roth ein. „Derzeit stehen etwa 40 Kinder auf der Warteliste, von denen allerdings ein Teil noch in diesem Jahr einen U3-Platz bekommen wird.“ Roth zufolge gibt es in den städtischen und konfessionellen Kitas in Obertshausen derzeit 106 U3- und 46 Tagesmütter-Plätze, weitere sollen 2014 geschaffen werden. So soll die Betreuung an der Sonnentauschule ausgebaut werden, dadurch können an Kitas Hortplätze in U3-Plätze umgewandelt werden. Zudem will die Stadt den Familienverein „Tausendfüßler“ dabei unterstützen, U3-Plätze zu schaffen.

Heusenstamm

Eltern kleiner Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren stehen 138 Plätze in der U3-Betreuung zur Verfügung. Darin eingerechnet seien auch Plätze in der Tagespflege, berichtet Fachdienstleiterin Kerstin Tomerius. Weitere 34 Plätze werden bis spätestens Ende dieses Jahres fertig gestellt sein. Damit seien - rechnet man die Ein- bis Dreijährigen - derzeit knapp 50 Prozent aller Kinder versorgt, Ende des Jahres sogar mehr als 60 Prozent. Dennoch gebe es in Heusenstamm Überlegungen für einen weiteren Ausbau, denn trotz dieser vergleichsweise guten Versorgung gebe es an einzelnen Kindertagesstätten Wartelisten für Kinder unter drei Jahren.

Offenbach

Die Stadt kann jetzt fast die Hälfte aller Kinder versorgen, die zu diesem Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf einen Krabbelplatz haben. Zur Verfügung stehen in städtischen und frei getragenen Einrichtungen 850 Plätze für die Ein- und Zweijährigen. 426 Kleine kommen bei Tageseltern unter. Das macht bei 2574 Kindern (Stand Juli 2013) dieser Altersklasse 49,57 Prozent. Wie Hermann Dorenburg, der Leiter von Jugendamt und städtischem Kindergarteneigenbetrieb EKO, mitteilt, sind das gegenwärtig 50 Plätze mehr als zum Stichtag 31. Dezember 2012. Wartelisten gibt es in Offenbach, doch sind diese laut Dorenburg momentan mangels einer elektronischen Verknüpfung nicht aussagefähig: Viele Eltern melden ihre Kinder gleich bei vier oder fünf Einrichtungen freier Träger an. Aufgrund eines Stadtverordnetenbeschlusses hat sich Offenbach ehrgeizigere Ziele gesetzt: Für 45 Prozent aller Kinder bis drei Jahre, also auch für jene unter einem Jahr, sollen rechnerisch Betreuungsplätze vorhanden sein. Dies wird gegenwärtig zu 74,5 Prozent erfüllt.

Neu-Isenburg

Die Stadt kann die Rechtsansprüche für Kinderbetreuung sowohl bei U3 als auch bei der Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen erfüllen. Bürgermeister Herbert Hunkel: „Wir sehen dem Stichtag gut vorbereitet entgegen. Ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot für alle Altersstufen steht bei uns schon seit vielen Jahren im Focus. “

Mühlheim

Die Dietesheimer Kindervilla Balsalto ist ein Teil des großen Betreuungspuzzles, das Mühlheim mit Blick auf die Rechtsansprüche zu lösen hat. Mit dem Umzug des Hortbetriebs in die ehemalige Schule ist im Kindergarten Bornweg Platz für U3-Gruppen frei geworden. Und auch in anderen Betreuungseinrichtungen tut sich etwas. Beispielsweise per Anbau an der St. Markus-Kita. Vor wenigen Wochen hieß es aber noch, es gebe eine lange Warteliste bei den U3-Plätzen.

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