Schulstart trifft Omikron

Eltern und Ämter in Offenbach sind sich einig: Präsenzunterricht bleibt oberstes Ziel

Masken, Tests und Lüften: Trotz hoher Infektionszahlen soll an den Schulen so lange wie möglich in Präsenz unterrichtet werden.
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Masken, Tests und Lüften: Trotz hoher Infektionszahlen soll an den Schulen so lange wie möglich in Präsenz unterrichtet werden.

Bundesweit explodieren die Corona-Neuinfektionen, die Inzidenz steigt und steigt, die höchstansteckende Omikron-Variante macht sich breit. Auch in Offenbach, das aufgrund hoher Zahlen ohnehin schon als Corona-Hotspot eingestuft ist. Mitten in der Omikron-Welle sind die Schulen am Montag aus den Ferien zurückgekehrt – im Präsenzunterricht. Wie lange es allerdings angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens dabei bleibt, kann derzeit niemand abschätzen.

Offenbach – Fest steht: „Es ist Ziel, den Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrecht zu halten“, sagt Stadtsprecher Fabian El-Cheikh. Um das zu ermöglichen und die Infektionszahlen in den Bildungseinrichtungen unter Kontrolle zu behalten, setzt die Stadt auf bewährte Mittel: Am Unterricht vor Ort darf nur teilnehmen, wer geimpft, genesen oder getestet ist, Ausnahmen gibt es nur bei Abschlussprüfungen. Getestet wird in den Schulen dreimal die Woche. Einmal wöchentlich haben auch Schülerinnen und Schüler, die bereits geimpft oder genesen sind, die Möglichkeit, einen Schnelltest zu machen. Außerdem muss im Schulgebäude, auch während des Unterrichts am Sitzplatz, Maske getragen werden. Im Sportunterricht und auf dem Schulhof dürfen die Kinder und Jugendlichen die Mund-Nasen-Bedeckung abnehmen. Hinzu kommen die gängigen Hygieneregeln sowie regelmäßiges Lüften. In Räumen, wo das nicht oder nur schlecht möglich ist, setzt die Stadt zusätzlich Luftreiniger ein. Auch die Aufklärung von Eltern und Schülern über die Impfung ist laut Angaben der Stadt wichtiger Bestandteil des aktuellen Maßnahmenkatalogs.

Wird bei einem Schüler eine Corona-Infektion nachgewiesen, muss – Stand jetzt – nur noch er selbst in Quarantäne, nicht mehr die Sitznachbarn. Allerdings muss die gesamte Klasse in den darauffolgenden 14 Tagen täglich getestet werden. Auch Schülerinnen und Schüler, die in Quarantäne sind, können sich freitesten: ab dem fünften Tag nach positivem Befund mit PCR-, ab dem siebten mit Antigen-Test.

So hoffen die Verantwortlichen, die Schulen möglichst lange offen zu halten. Inwiefern das gelingt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. „Durch die Weihnachtsferien ist das Infektionsgeschehen unter Kindern und Jugendlichen etwas zurückgegangen“, berichtet Fabian El-Cheikh. In Anbetracht der Omikron-Ausbreitung sei aber auch bei den Jüngeren nun mit steigenden Zahlen zu rechnen.

Wie wichtig der Unterricht in Präsenz auch aus Sicht der Eltern ist, betont Rolf Joachim Rebell, Vorsitzender des Stadtelternbeirats. „Ich bin der Meinung, dass wir mit den Tests an drei Tagen die Woche und der Maskenpflicht gut aufgestellt sind.“ Er wisse nicht, was über die aktuellen Maßnahmen hinaus in Sachen Infektionsschutz noch getan werden könne.

Aus Gesprächen mit Eltern aus ganz Hessen weiß Rebell, dass in Offenbach im Vergleich zu anderen Städten viel für die Schulen getan wird. „Klar, zu Beginn der Pandemie wurden Fehler gemacht, es war eine neue Situation. Aber ich persönlich bin sehr zufrieden mit dem, was in letzter Zeit getan wurde.“ Auch für den möglichen Distanzunterricht seien die Schulen mittlerweile gut gewappnet. Sorge bereitet dem Vorsitzenden des Stadtelternbeirats derzeit daher vor allem die Frage, was passiert, sollten in den kommenden Wochen so viele Lehrkräfte erkranken, dass die Schulen in Personalnot geraten. „Es muss natürlich einen Plan geben für diesen Fall“, sagt Rebell.

Den gibt es beim staatlichen Schulamt, das dafür verantwortlich zeichnet, jedoch nur bedingt. Dafür sei es aktuell noch zu früh, sagt dessen Leiterin Susanne Meißner. „Wir müssen abwarten, wie sich die Personalsituation tatsächlich entwickelt und dann spontan sehen, wie welche Schüler unterrichtet werden.“ Grundsätzlich hätten die Klassen eins bis sechs sowie die Abschlussklassen Priorität in Sachen Präsenzunterricht. „Wir werden dann im Einzelfall mit den Schulen schauen, wie zu reagieren ist.“ Meißner zeigt sich aber zuversichtlich, schließlich hätten die Verantwortlichen mittlerweile schon einiges an Erfahrung im Umgang der Corona-Sondersituation und dem Distanzunterricht.

Ob und wann wieder darauf umgestiegen werden muss, das bleibt nun also abzuwarten. (Von Lena Jochum)

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