Fragen zur häuslichen Isolation

Offenbach: Corona und die Schulen – Die Regeln werfen viele Fragen auf

Masken in Schulen: Während Corona Normalität (Symbolbild).
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Masken in Offenbachs Schulen: Während Corona Normalität (Symbolbild).

Die Corona-Situation an den Offenbacher Schulen irritieren Eltern und Lehrer. Im Frühjahr wurden ganze Klassen vorsorglich in Quarantäne geschickt, jetzt sind die Regeln ganz anders.

Offenbach - Tanja Fischer berichtet davon, dass in der sechsten Klasse ihrer Tochter in kurzem Abstand zwei Schüler positiv getestet wurden – doch nur diese beiden müssten dem Unterricht fern bleiben. „Alle anderen Kinder müssen zur Schule gehen. In den meisten Städten werden alle Kinder in Quarantäne geschickt werden, aber das Offenbacher Gesundheitsamt hält das für unnötig“, schreibt sie.

Eine Lehrerin, die anonym bleiben möchte, klagt, dass die Schulen aktuell nicht mehr informiert würden, wenn es zu Corona-Erkrankungen unter Schülern komme. „In den vergangenen Wochen hatten wir viele Fälle von Corona und nun plötzlich hören wir nichts mehr – da hat man Sorge, wer alles mit unentdeckter Erkrankung im Klassenraum sitzt.“

Schulen in Offenbach: Kontaktpersonen müssen nicht in Quarantäne

Eine andere Pädagogin berichtet, dass „fast jeder im Kollegium Angehörige der Risikogruppe in der Familie hat – gerade deshalb müssten wir doch geschützt werden.“ Dass nicht mehr die Kontaktpersonen der infizierten Schüler in Quarantäne geschickt würden, sei sehr irritierend.

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß verteidigt die Linie der Stadt, diese sei vom Gesundheitsamt in Absprache mit dem Staatlichen Schulamt ausgearbeitet. „Wir haben sehr verantwortungsvolle Ärzte im Gesundheitsamt, die das Geschehen an den Schulen im Blick haben“, sagt Weiß. Durch deren Expertise werde entschieden, welche Stufe des Hygieneplans an den Schulen umgesetzt werde. „Wir wägen sehr genau ab und schauen stets die Situation vor Ort.“

Masken müssen wie hier an der Albert-Schweitzer-Schule im Unterricht getragen werden.

Quarantäne: Lehrer an Schulen in Offenbach sind besorgt

Er gibt zu bedenken: Obwohl die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt seit Wochen hoch sei, „haben wir an den Schulen vergleichsweise niedrige Fallzahlen“. Der Stadtrat führt dies nicht zuletzt darauf zurück, dass Offenbach zu den ersten Städten gehört habe, die eine Maskenpflicht in Schulen angeordnet hätten.

An der inzwischen allgemeingültigen Maskenpflicht liege es auch, dass nur noch infizierte Schüler dem Unterricht fern blieben müssten. Weiß: „Dadurch, dass im Klassenraum Maskenpflicht herrscht, hat das Gesundheitsamt entschieden, dass nur noch betroffene Schüler, nicht aber deren Sitznachbarn oder die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden müssen.“ Dass Eltern oder Lehrer dennoch beunruhigt seien, dafür habe er Verständnis, betont aber, dass die Ärzte des Gesundheitsamtes das Risiko für äußerst gering einschätzen.

Quarantäne an Schulen in Offenbach: Wechsel-Modell statt Schulschließung

Zudem soll durch den ab Montag geltenden Wechsel-Unterricht das Ansteckungsrisiko weiter minimiert werden. Zu diesem Wechsel-Modell haben sich auch die Lehrer der Edith-Stein-Schule geäußert. Dort sind aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten alle Klassen in Raummodulen untergebracht. Wie berichtet, hatten die Pädagogen darüber geklagt, dass in der beengten Situation keine Abstände eingehalten werden könnten. Der Wechsel-Unterricht, der in Stadt und Kreis ab Montag bis Schulhalbjahresende gilt, schaffe keine Abhilfe: Lediglich fünf 8. Klassen würden abwechselnd daheim und in der Schule unterrichtet, die Klassenstufen 5 bis 7 sowie die Abschlussklassen nicht.

Das Staatliche Schulamt hatte betont, dass es dem lokalen Gesundheitsamt obliege, das Wechsel-Modell als Ersatz für eine komplette Schulschließung anzuordnen. „Das Gesundheitsamt darf gerne einmal hier vorbeikommen und sich die Situation anschauen“, kommentier eine Sprecherin der Lehrerschaft diese Aussage. (Frank Sommer)

Alle neuen Entwicklungen zum Coronavirus in der Region Offenbach finden Sie in unserem News-Ticker.

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