Am Ende alles gegeben

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Raus aus dem Wasser, rauf aufs Rad und dann noch rennen: Gestern absolvierten die weiterführenden Schulen auf der Rosenhöhe einen Triathlon. Heute sind die Grundschüler dran: Für sie steht nur Schwimmen und Laufen auf dem Programm.

Offenbach ‐ Kurz vor dem Zieleinlauf gibt Felix noch einmal so richtig Gas: Der Schüler sprintet los und überholt auf den letzten Metern einen Konkurrenten. „Ich hatte eigentlich gar keine Kraft mehr“, sagt er kurz nach seinem Schlussspurt. „Dann habe ich aber einfach nicht mehr nachgedacht und bin nur noch gerannt.“ Von Denis Düttmann

Hundert Meter Schwimmen und 1,7 Kilometer Radfahren hatte der Zwölfjährige bereits hinter sich, als er sich auf die tausend Meter lange Laufstrecke begab. „Mit den nassen Klamotten aufs Fahrrad - das war schon komisch“, sagt Felix im Ziel. „Aber irgendwann habe ich so geschwitzt, da war es dann auch egal.“ Rund 500 Schüler starteten und starten gestern und heute beim Sparkasse Offenbach Triathlon auf der Rosenhöhe. Während am ersten Tag die Sportler aus den weiterführenden Schulen in allen drei Disziplinen antraten, wetteifern heute Tag die Grundschüler beim Swim & Run.

„Wir freuen uns, zum ersten Mal seit vier Jahren wieder alle Disziplinen anbieten zu können“, sagt der Leiter des Sportbüros, Jürgen Weil. In den vergangenen Jahren mussten wegen schlechten Wetters, einer überraschenden Krötenwanderung oder den Eichen-Prozessionsspinnern immer wieder einzelne Sportarten ausfallen.

Bilder vom Triathlon auf der Rosenhöhe

Schülertriathlon auf der Rosenhöhe

Am Rande des 50-Meter-Beckens im Waldschwimmbad gehen jetzt die Sportlerinnen der Leistungsklasse Schüler A an den Start. Mit einer Hand am Beckenrand, den anderen Arm bereits zum ersten Schwimmzug bereit, warten die Mädchen auf das Startsignal. Langsam zählt der Kampfrichter von zehn herunter, bei Null scheint das Wasser zu kochen. Mit kräftigen Zügen pflügen die Sportlerinnen durchs Wasser, schlagen an der Gegenbande an und kraulen zurück. Vom Beckenrand joggen sie zu den Fahrradständern, trocknen sich noch im Laufen notdürftig ab, streifen ein T-Shirt über und strampeln los. Dabei werden sie von ihren Mitschülern, die an der Strecke stehen, lautstark angefeuert. „Los, Nadine, schneller“, rufen ein paar Mädchen ihrer Freundin zu. „Isabel, du schaffst das“, ist wenige Meter weiter zu hören.

Offenbacher Profi-Triathletin zeigt Dehnübungen

„Wir haben den Triathlon jetzt zum sechsten Mal veranstaltet, und er kommt bei den Schülern sehr gut an“, sagt Sportbüro-Chef Weil. „Wir hatten sogar schon Anfragen aus Nachbarstädten, aber das wäre wirklich zu viel.“ Schon jetzt erfordert der Wettkampf eine aufwändige Organisation. Mitarbeiter des Ordnungsamts sichern die Radstrecke, ältere Schüler und Lehrer lotsen die Sportler auf dem Gelände des Schwimmbads in die richtige Richtung, andere überwachen den Start oder stoppen die Zeit.

Auf der Wiese neben dem Zieleinlauf hat Nicole Töpfer eine Gruppe Schüler um sich versammelt. Die Offenbacher Profi-Triathletin zeigt Dehnübungen, die optimal auf Schwimmen, Radfahren und Laufen vorbereiten. Gemeinsam lassen sie die Arme kreisen, dehnen die Oberschenkelmuskeln und die Schulter. „Bei den Profis hat jeder seine eigene Methode, um sich warm zu machen. Manche schwimmen sich nur ein bisschen ein oder laufen ein paar Runden, andere sitzen schon vor dem Start stundenlang auf der Fahrradrolle“, sagt Töpfer, die bereits beim Ironman auf Hawaii gestartet ist. „Ein bisschen Dehnen ist aber immer sinnvoll.“

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