Magistrat gibt grünes Licht für 750.000-Euro-Projekt

Endlich kommt der Kunstrasen auf der Rosenhöhe

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Das Sportzentrum Rosenhöhe erhält den lange versprochenen, wetterfesten Kunstrasenplatz. Im Sommer 2016 sollen die ersten Fußbälle über das künstliche Grün rollen. Das behebt viele Trainingsengpässe nicht nur der dort ansässigen Sportgemeinschaft.

Offenbach - Es ist ein lang ersehntes und versprochenes Projekt: Der Kunstrasenplatz auf der Rosenhöhe. Jetzt wird er auf dem Weg gebracht mit einem Grundsatzbeschluss und 750.000-Euro-Budget. Klappt alles, könnte der Kunstrasen im Sommer 2016 fertig sein und eines der vier traditionellen Naturrasenfelder ersetzen. Von Martin Kuhn

Zur Erinnerung: Vor gut zehn Jahren hat Oberbürgermeister Horst Schneider in seiner Funktion als Sportdezernent zugesagt, alle zwei Jahren einen Tennen- durch einen Kunstrasenplatz zu ersetzen. Freilich nicht persönlich... Dass dieses ehrgeizige Vorhaben nicht zu halten war, grämt ihn ein wenig: „Wir sind zwei Jahre hintendran; auch durch die Haushaltspraxis unter den Schutzschirm-Vereinbarungen.“ Da freut es ihn umso mehr, dass der Magistrat nun den Grundsatzbeschluss gefasst hat, dem das Parlament noch zustimmen muss. Aber das dürfte Formsache sein.

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Der Kunstrasenplatz samt Flutlicht und Verkabelung einer folgenden Beschallungsanlage entsteht auf „Großspielfeld 4“ – so die offizielle Bezeichnung – gleich rechts hinter dem Eingang, neben dem „Griechen“. Ja aber, Herr Oberbürgermeister, das ist doch derzeit ein Rasenplatz... „Ich weiß, ich habe mich aber überzeugen lassen“, gibt der OB ein Umdenken zu. Das erklärt sich allein aus der jährlichen Nutzungsdauer. Da schneidet, bei aller grünen Natürlichkeit, der Rasenplatz am schlechtesten ab. Bedeutet: „Wir erreichen mit Kunstrasen eine zweieinhalbfache Nutzungssteigerung“, rechnet Sportamtsleiter Manfred Ginder vor.

Der Bedarf für einen Kunstrasenplatz ist unbestritten. Die Mannschaften der SG Rosenhöhe, davon allein ein gutes Dutzend Jugendteams, trainieren seit mehreren Jahren im Winter auch auf anderen Sportanlagen – teils im Kreisgebiet oder in Frankfurt. Was die Sache nach Worten von Abteilungsleiter Patrick Ihlefeld für die SGR erschwert: Der Fußball-Verband schreibt in der Hessenliga ab der C-Jugend zwingend Rasen oder Kunstrasen als Spielfläche vor. Das Immergrün (Schneider: „Das hat heute eine andere Qualität als bei ersten Versuchen“) ist ein Belag der sogenannten dritten Generation. Der Kunstrasen, in diesem Fall mit texturierter Faser, wird mit Sand und Gummigranulat verfüllt, erreicht so nahezu die Eigenschaften eines „guten Naturrasenplatzes“, der in Offenbach durch Unebenheiten so nicht überall gegeben ist.

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Eine Flutlichtanlage versteht sich künftig auf „Feld 4“ von selbst, um den Platz gerade in der dunklen Jahreszeit auch nutzen zu können. Eine Bewässerungsanlage empfehlen die Experten, um den Platz, der in zwei Jugendfelder von 64x42,50 Meter zu teilen ist, im Sommer zu kühlen. An Sonnentagen wie in diesem Jahr kann sich der Belag auf bis zu 50 Grad aufheizen. Diese Temperatur könnte zudem das Ballverhalten beeinflussen – die Bälle stoppen dann unnatürlich ab.

Der euen Platz kommt nicht nur direkt den Rosenhöhe-Kickern zu Gute, die sich fortan mit allen Teams auf ihrer Stadtteil-Anlage konzentrieren sollen. Es profitieren auch die Vereine, die sich bislang mit der SGR die Plätze teilen müssen. Manfred Ginder: „Wir haben im gesamten Stadtgebiet einen ungeheuren Druck, da immer mehr Jugendliche in die Fußballvereine gehen.“ Beispiel: In Bieber wird der Germania-Kunstrasen wochentags von 17.30 bis 20.30 Uhr gedrittelt, damit überhaupt alle Mannschaft üben können. „Im Winter ist das kaum noch zu bewerkstelligen“, fügt er an. Und die weiteren Ausbaupläne? Zwei weitere Standorte für die Kunstplätze sechs und sieben in Offenbach sind bereits ausgeguckt: Rumpenheim und Tempelsee.

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