Entwickler stellen Bauprojekte vor

Endspurt im Hafen: Neubauten und mehr Grün

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Zwischen Hafenbecken und Nordring wächst unterhalb beziehungsweise westlich der Hafenschule das Mischquartier Marina Gardens in die Höhe. Bereits erkennbar ist die geplante Weiterführung der Hafenallee (rechts), die den Nordring als Hauptverkehrsstraße ablöst. Der Ring wird zur Anliegerstraße.

Offenbach - Weitere Bauprojekte, eine Grün-Offensive und neue Verkehrsführungen am Nordring prägen in diesem Jahr die Entwicklung im Hafen. Etwa 2020 werden die Planer aus den städtischen Gesellschaften ihren Job erledigt haben – seit 2001 hat das Projekt sie beschäftigt. Von Matthias Dahmer 

Es ist schon Tradition: Zum Jahresanfang stellt Daniela Matha, Chefin und Motor der Hafenentwicklung, zusammen mit ihrem Team vor, welche Aktivitäten im immer noch wachsenden Stadtteil zu erwarten sind. Seit September 2001 beschäftigt sich Matha mit der einstigen Industriebrache, die längst zu einem beispielhaften und viel beachteten Projekt der Stadtentwicklung gereift ist.

Im nächsten Jahr, so hofft sie, gehen die letzten drei noch freien Grundstücke weg, die ausschließlich zu gewerblichen Nutzung vorgesehen sind. Es handelt sich um das Areal des derzeitigen Messe-Parkplatzes, das Gelände, auf dem noch der Boxclub Nordend beheimat ist, sowie um eine Parzelle zwischen Hafenplatz und Main, auf dem ein bis zu 19-geschossiges Hochhaus entstehen soll. Rund 20 Jahre wird die Hafen-Entwicklung dann gedauert haben. Extrem schnell für ein solches Vorhaben, betont Matha.

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Ein Schwerpunkt 2018 ist der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Das betrifft vor allem die neu angelegte Hafenallee und den parallel verlaufenden Nordring. Die ehemalige Hauptverkehrsachse Nordring wird auf den rund 400 Metern zwischen Hafenschule und Lilistraße bis zum nächsten Jahr zur Anliegerstraße zurückgebaut und von der Hafenallee durch einen Baumstreifen abgeschirmt. Auf der Allee wird der Hauptverkehr fließen.

Im Abschnitt zwischen Lilistraße und Goethering, wo es keine Wohnanlieger zu schützen gilt, behält der Nordring seine Funktion als Hauptverkehrsstraße, wird aber neu hergerichtet. Während des Umbaus, wird der Verkehr über eine parallel verlaufende, provisorisch angelegte Trasse geführt.

Verbessert wird 2018 zudem die ÖPNV-Anbindung von Hafen und Nordend. Die zwischen Marktplatz und Kaiserlei verkehrende Buslinie 108 bedient ab dem Fahrplanwechsel im Dezember die drei Stationen der Hafenallee nicht mehr im Halb-, sondern im Viertelstundentakt.

Bauprojekte im Hafenviertel: Eine Übersicht in Bildern

Mit einem ungewöhnlichen Bauherrenmodell geht es bei den Immobilien weiter: Zukünftige Nutzer des auf der Hafeninsel geplanten sechsstöckigen Loftgebäudes „Molenpark“, darunter die Offenbacher Werbeagentur „taste!“, bilden mit mehreren Architekten eine Gemeinschaft, die den Klinkerbau selbst finanziert. Um das Neun-Millionen-Euro-Projekt ab Sommer zu stemmen, haben sich zehn Privatleute zusammengeschlossen. Hauptnutzer ab 2020 werden die Kreativen von „taste! sein. Das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern zieht von der Frankfurter Straße in das Lofthaus um und will dort drei Etagen belegen. „Im Hafen wird künftig der Beat der Stadt schlagen“, begründet Chef Lukas Dudek den Umzug.

Unterdessen nimmt das Bauprojekt Marina Gardens auf der „Festlandseite“ des Hafenbeckens Formen an. Das aus acht größeren und drei kleineren Bauten bestehende Mischquartier mit rund 200 Wohneinheiten, kleinteiligem Gewerbe, Gastronomie und begrünten Innenhöfen, das zwischen Hafenschule und künftigem Neubau der Hochschule für Gestaltung (HfG) liegt, soll bis Anfang 2019 fertig sein.

Leserbilder: Sehenswerte Eindrücke des Hafens

Das neue HfG-Domizil könnte, wie berichtet, ab 2024 bezugsfertig sein. Der Grundstückskaufvertrag zwischen der Stadtwerke-Tochter Mainviertel und dem Land soll in der ersten Jahreshälfte 2018 abgeschlossen werden.

Bereits begonnen hat der Bau des siebengeschossigen Büro- und Wohngebäudes „Mainblick“ neben der Deutschlandzentrale des Baustoffhändlers Saint Gobain auf der Hafeninsel. Anfang 2019 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Für eines der spektakulärsten Bauvorhaben, das Quartier auf der Inselspitze mit einem Ensemble aus drei bis zu 75 Meter hohen Baukörpern, haben die Mainviertel und die Projektgesellschaft der Gustav-Zech-Stiftung den Grundstückskaufvertrag unterzeichnet.

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

Begleitet werden die baulichen Aktivitäten von einer „Grün-Offensive“, wie Anette Schroeder-Rupp, Geschäftsführerin der ebenfalls für die Hafenentwicklung zuständigen Stadtwerke-Tochter OPG, formuliert. Dabei haben die Planer vor allem die Festlandseite des Hafenbeckens im Blick. Eine Rasenfläche soll dort wie ein grünes Band den Promenadenweg zwischen Hafentreppe und EVO-Kohlelager zieren. Darüber hinaus wird der östliche, rund 2000 Quadratmeter große Teil des Gutsche-Parks angelegt. Zwischen Blauem Kran und Elisabeth-Selbert-Steg soll noch im Frühjahr ein in mehrere Felder unterteilter Spielplatz entstehen. Die Fertigstellung will man mit einem Fest Anfang August feiern.

Sofern eine Finanzierung gesichert ist, kann der westliche, rund 3500 Quadratmeter große Abschnitt des GutscheParks vorerst weiterhin von den Hafengärtnern für das Urban Gardening genutzt werden. Er soll erst zu einem späteren Zeitpunkt parallel zum Hochschulbau entwickelt werden. Baumpflanzungen sind zudem rings um die Hafenschule geplant.

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

Auf der Inselspitze werden OPG und Investor gemeinsam tätig. In Abstimmung mit der Kommune laufen Bauantragsplanung und Planung für den Inselpark parallel. Ende 2018 sollen erste Abbrucharbeiten an ehemaligen Industriebauten beginnen. Gleichzeitig wird mit der Gestaltung des Dünenparks begonnen. Das Gelände wird modelliert und bepflanzt.

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