Energie und Geld sparen

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Waldemar Rode (links) beobachtet die Arbeiten im Hinterhof des Hauses seiner Firma. Für eine Wärmepumpe bohrt die Maschine ein Loch von 150 Metern in den Boden.

Offenbach - Das Fass Öl kostete 1970 drei Dollar. Im vergangenen Jahr lag der Preis fast um das fünfzigfache drüber. Wer dieser Tage in sein Haus eine Ölheizung baut, muss sich fragen, ob er sich später noch ein warmes Wohnzimmer leisten kann. Von Stefan Mangold

Am Samstag stellte Waldemar Rode eine Alternative vor. Vor 17 Jahren kaufte Rode an der Bieberer Straße einen Altbau. Jetzt plant der Eigentümer einer Firma, die Sanitär- und Heizungsanlagen verkauft und montiert, den Umzug seines Unternehmens an die Bieberer Straße. Es kamen viele Interessenten, um sich den Umbau anzuschauen und fragten nach technischen und wirtschaftlichen Details. Denn Rode baut seinen Firmensitz nach modernem energetischen Standard. Was heißt, der Betrieb will in den nächsten Jahren seine Kosten für Energie massiv minimieren. Die momentanen Ausgaben „belaufen sich auf 150.000 Euro“, benannte Rode einen Teil der Investitionskosten. Den Wert an Eigenleistung bezifferte er auf weitere 30.000 Euro.

Im Hinterhof stand ein überdimensionaler Bohrer. Nach ein paar Tagen soll der ein Loch von 150 Metern im Boden hinterlassen. In das kommt dann ein Kunststoffrohr. Über dieses Rohr überträgt sich die Wärme aus dem Boden und landet letztlich im Heizkörper oder der Fußbodenheizung, wie beim künftigen Domizil der Firma Rode.

Gebäude soll als Austellugnstück dienen

Das System eignet sich nicht für jeden Landstrich. Etwa in der Nähe der Pole wäre die Pumpe nutzlos. Die Technik entzieht dem Boden im Winter die Wärme, die er im Sommer aufgeladen hat. „Die Erde hat eine ähnliche Funktion wie eine Batterie,“ erklärte Waldemar Rode. Das Prinzip funktioniere aber auch in klimatisch raueren Gebieten. In Schweden verfüge jedes neu gebaute Haus über eine entsprechende Anlage, trotz kälterer Winter.

Natürlich soll das Gebäude auch „als Ausstellungsstück“ dienen. Kunden könnten vor Ort begutachten, wie Anlagen, die Rodes Firma installiert, in der Praxis funktionierten. Auf dem Dach „bringen wir noch Solarzellen an.“ Die sollen für warmes Wasser sorgen. Die einzige Energie, die von außen weiterhin benötigt werde, sei Strom. Der halte die Wärmepumpe in Gang. Die Kosten seien jedoch mit einem Betrag von monatlich 30 bis 40 Euro relativ gering. Für spezielle Solarzellen, mit denen sich Strom erzeugen lässt, der Photovoltaik, „reicht die Fläche auf dem Dach nicht aus,“ bedauerte Rode.

Berechne er die Gesamtkosten für den Umbau, amortisierte sich die Investition „heutige Energiepreise zu Grunde gelegt, in 15 Jahren,“ prognostiziert er.

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