„Energiebomben“ auf dem Prüfstand

+
Im neuen VDE-Zentrum werden Batterien auf ihre Sicherheit getestet.

Offenbach - Von einer „Energiebombe“ im Elektromobil spricht Wilfried Jäger - gemeint ist die Batterie. Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, hat das VDE-Institut gestern in Offenbach ein Batterie- und Umweltzentrum in Betrieb genommen. Von Marc Kuhn

Dort werde der „Ernstfall im Extremen“ getestet, sagte Jäger, Vorsitzender der Geschäftsführung der VDE-Prüf- und Zertifizierungsinstituts GmbH. Die Einrichtung am Goethering sei eines der modernsten Testzentren im Bereich der Elektromobilität weltweit, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Elektronikverbands VDE, Hans Heinz Zimmer. Von einem großen Tag für die Stadt sprach Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider. Und der Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Rainer Bomba, betonte: „Die Elektromobilität ist für die Bundesregierung außerordentlich wichtig. “

Er erinnerte an das Ziel der Regierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen. Zurzeit seien es 4.500. „Das ist ein weiter Weg“, sagte Bomba. Deutschland solle der „Leitmarkt“ für Elektromobile werden. Wichtig seien jetzt Umsetzungskonzepte. Bomba berichtete, dass die Hersteller zurzeit 15 Modelle „in der Pipeline“ hätten.

VDE habe 9,6 Millionen Euro in das Testzentrum investiert, sagte Jäger. 20 neue Arbeitsplätze würden geschaffen, sodass das Institut dann 550 Mitarbeiter in Offenbach beschäftigt.

„Wir erweitern unser Dienstleistungsangebot"

„Wir erweitern unser Dienstleistungsangebot“, erklärte Jäger weiter. Energiespeicher mit einem Gewicht von bis zu 400 Kilogramm können getestet werden. Zu den Kunden der Einrichtung gehören Batterie- und Automobilhersteller. Auf mehr als 50 Anlagen können Lithium-Ionen-Akkus auf Sicherheit und Langzeitstabilität untersucht werden. Herzstück des Zentrums ist eine Einrichtung, in der Batterien auf ihr Verhalten bei schweren Unfälle getestet werden. Dazu gehört ein Fallturm, von dem die Energiespeicher aus einer Höhe von zehn Metern auf ein Betonfundament fallen. Auf anderen Ständen werden extreme Umweltbedingungen wie hohe Luftfeuchtigkeit und rasche Temperaturwechsel simuliert. Im Mittelpunkt der VDE-Einrichtung stehen Autos. Es werden aber beispielsweise auch Batterien für Fahrräder getestet.

Derweil machte Bomba Hessen Hoffnung. Das Land ist trotz Bewerbung nicht zu einer der „Schaufensterregionen“ in Deutschland geworden, in denen Tests mit Fahrzeugen laufen. Hessen habe aber ein olympiareifes Konzept vorgelegt, berichtete der Staatssekretär. Bomba verriet, dass Hessen „eine nicht kleine Summe“ bekomme, mit der Projekte im Bereich der Elektromobilität finanziert werden können.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare