Lob für ein Energiebündel

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Jetzt ist es offiziell: Die 34-jährige Sylvia Nowak wurde von Dr. Peter Bieniussa zur Schulleiterin der Wilhelmschule ernannt, nachdem sie zuvor fast drei Jahre lang deren kommissarische Leiterin war.

Offenbach ‐ Sie liebt Schokolade und die Kickers, nimmt selten ein Blatt vor den Mund und meistert auch arbeitsintensive Situationen mit einem Lächeln: Sylvia Nowak. Von Veronika Szeherova

Nun ist die 34-Jährige offiziell zur Schulleiterin der Wilhelmschule ernannt worden, nachdem sie zuvor fast drei Jahre lang deren kommissarische Leiterin war.

Die einstündige Ernennungsfeier war eine Veranstaltung, die sich weniger durch ernsthafte Feierlichkeit auszeichnete. Vielmehr wurde gelacht, gesungen, an Anekdoten erinnert, Umarmungen, Geschenke und Küsschen ausgetauscht. Das Kollegium der Wilhelmschule bewies hierbei ein einzigartiges Zusammengehörigkeits- und Freundschaftsverhältnis, das von viel Humor geprägt ist.

Das bestätigte auch Schulamtsdirektor Dr. Peter Bieniussa: „Frau Nowak hat sich - ich will nicht sagen als jemand mit lockerer Zunge - sofort hervorragend in das Team eingefügt. Mit wenig Vorbereitung die Stelle als Konrektorin anzunehmen, war ein großes Wagnis, das sie hervorragend gemeistert hat.“ Auch Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß stimmte dem zu: „Sie kennt den Laden hier schon einige Jahre und passt einfach hervorragend mit ihrer Arbeitsweise in diese Schule und in diese Stadt.“

Anfangs Gefühl wie die Hauptdarstellerin des Films „Denn sie wissen nicht, was sie tun“

Geboren ist Sylvia Nowak im pfälzischen Pirmasens, ihr Studium der Grundschulpädagogik absolvierte sie in Landau. Die Liebe führte sie schließlich ins Rhein-Main-Gebiet, wo sie zunächst als Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Schule in Mühlheim tätig war. Als 2005 die Konrektoren-Stelle in der Wilhelmschule frei wurde, ließ sich das Energiebündel nicht lange bitten. Der scheidende Schulleiter Uwe Zeyn arbeitete Nowak intensiv ein. Dennoch gesteht sie: „Am Anfang fühlte ich mich wie die Hauptdarstellerin des Films ,Denn sie wissen nicht, was sie tun‘. Von Gefühlen wie Aufstieg, Macht oder Erhabenheit war ich weit entfernt.“

Doch dank der Unterstützung seitens aller ihrer Mitarbeiter in der Wilhelmschule, vom Hausmeister über die Putzfrau bis hin zur Sekretärin, konnte sie sich dann doch gut und schnell einarbeiten. Auch bei Thomas Löhr vom Stadtschulamt bedankte sie sich dafür, dass er ihre „Telefonate immer geduldig ertrug, auch wenn es manchmal mehr als eines am Tag war“, und dafür, dass er sie „immer aufs Beste beantwortete.“ Selbst vor Schuldezernent Weiß selbst habe sie bei manchen Fragen nicht halt gemacht.

Von allen Seiten ordentlich „bespaßt“

Bespaßt“ wurde Nowak, wie sie selbst sagt, von allen Seiten, beispielsweise auch von baulichen Mängeln am Schulgebäude. Sie meisterte sie ebenso wie den Bau der Cafeteria und die Neugestaltung des Schulhofs. Natürlich hatten Bildungsstandards wie Pisa und Iglu immer Priorität. „Hier haben wir in der Vergangenheit viel getan, und auch künftig wird das das wichtigste Thema sein“, sagt die frisch ernannte jüngste Offenbacher Rektorin. Als Wunsch für die Zukunft sagt sie ganz klar: „Hier bleiben. Ein so tolles Team, so tolle Kollegen wie hier findet man nicht so leicht wieder. Ich habe solches Glück gehabt!“

Der einzige Wehrmutstropfen ist für sie, dass die Eltern so weit weg sind. Doch auch sie waren als ihre „Lieblingsgäste“ zur Ernennungsfeier gekommen, ebenso wie viele Freunde, die sie um Verzeihung bat dafür, dass „Shoppingtouren immer seltener geworden sind und das Thema Schule dabei immer häufiger.“ Besonderer Dank galt auch ihrem Ehemann Martin, der sie immer unterstütze und den sie in letzter Zeit habe öfter mit dem Wäschekorb herumlaufen sehen. Und natürlich den Kindern der Wilhelmschule. „Sie sind, wie sie sind, ohne sie wäre die Wilhelmschule nicht so, wie sie ist – mit anderen Worten, es wäre total langweilig“, so Nowak. Sorge wegen Langeweile braucht die Schule sich mit ihrer neuen, quirligen Leiterin gewiss nicht zu machen.

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