Ruck-Resolution veröffentlicht

Offenbach - Ist es ein Armutszeugnis für die lokale Politik ? Oder eine Art elegant formuliertes Empfehlungsschreiben für Stadtrat Paul-Gerhard Weiß ? Darüber ließe sich trefflich spekulieren. Von Matthias Dahmer

Auf jeden Fall ist es ein ungewöhnlicher Vorstoß, den 38 engagierte Offenbacher in einem gestern von Stefan Gey und Dr. Hans Rudolf Diefenbach verbreiteten Aufruf unternehmen.

Unter der Überschrift „Es muss ein Ruck durch Offenbach gehen“ weisen sie auf die vor allem finanziell dramatische Lage hin, sehen die Zukunft ihrer Heimastadt „leider wenig optimistisch“ und wollen „jenseits üblicher parteipolitischer Arithmetik“ einen „Pakt für Offenbach“ bilden. Darin sollen Kräfte und Erfahrungen gebündelt werden, um neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Konkret haben die Initiatoren, die sich aus dem wirtschaftlichen, kulturellen, sportlichen und sozialen Leben der Stadt rekrutieren, die am nächsten Donnerstag anstehenden Wahlen zum hauptamtlichen Magistrat im Blick. Das Stadtparlament will – sofern die Mehrheiten stehen und es keine Abweichler gibt – Grünen-Fraktionschef Peter Schneider zum Bürgermeister und den SPD-Vorsitzenden Felix Schwenke zum hauptamtlichen Stadtrat wählen.

Den Wortlaut des Aufrufs und die Unterzeichner gibt es hier zum Nachlesen

Geht es nach den Unterstützern des Aufrufs, wird darüber noch einmal nachgedacht: Es bestehe die Chance, sich über Parteigrenzen hinweg auf ausgewiesene Fachleute für die schwierigen Aufgaben gerade in Sachen Wirtschaft und Steuerung städtischer Gesellschaften zu verständigen. Warum nicht einen Dezernenten mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsförderung und Klinikum suchen, der nicht unbedingt Offenbacher oder Parteimitglied ist? Weiter stellen sie die Frage, ob es sinnvoll sei, FDP-Stadtrat Weiß abzulösen, der bei den Themen Fluglärm und Bildung Kompetenz bewiesen habe.

Von den Parlamentariern wird gefordert, den vorhandenen Sachverstand unabhängiger Bürger einzubeziehen und nicht übereilt neu zu wählen. „Nicht die Magistratswahl drängt, sondern die Suche nach neuen Wegen.“

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