Mit Enkeltrick abgeblitzt

+
Das fünfjährige Bestehen des BAS nehmen die Initiatoren zum Anlass, Bilanz zu ziehen. Und die ist „durchweg positiv“ wie Oberbürgermeister Horst Schneider, Polizeipräsident Günter Hefner, Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und der Vorsitzende des Fördervereins Wilhelm Uhl, finden.

Offenbach ‐ Wenn Betrüger mit der Enkeltrick-Masche in der Stadt unterwegs sind oder Ganoven reihenweise Autos in Offenbach aufbrechen, dann ist die Polizei gefragt. Aber: Statt Straftaten zu verfolgen, ist es den Ordnungshütern natürlich noch viel lieber, wenn sie sie verhindern können. Von Matthias Dahmer

Eine Möglichkeit dazu bietet sich mit dem Bürger-Alarm-System (BAS). Im Mai 2005 in Offenbach eingeführt, nutzen mittlerweile knapp 5 000 Bürger, Geschäftsleute, Schulen und Kitas den telefonischen Info-Service, der gemeinsam vom Polizeipräsidium Südosthessen, der Stadt und dem Förderverein Sicheres Offenbach ins Leben gerufen wurde.

Das fünfjährige Bestehen des BAS nehmen die Initiatoren zum Anlass, Bilanz zu ziehen. Und die ist „durchweg positiv“ wie Oberbürgermeister Horst Schneider, Polizeipräsident Günter Hefner, Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und der Vorsitzende des Fördervereins Wilhelm Uhl, finden. Sie sparen deshalb nicht mit Lob: Das Alarm-System sei ein wichtiger und effektiver Baustein zur Erhöhung der Sicherheit, sagen sie. Eindringlich appellieren die Verantwortlichen an die Bürger, sich dem System anzuschließen.

Insgesamt 164 Mal warnte und informierte die Polizei seit Mai 2005 Bevölkerung. Beispielhaft nennen die Initiatoren die Warnungen, als Autoaufbrecher in der Stadt unterwegs waren oder als ein junger Mann auffiel, der unter einem Vorwand an Haustüren klingelte und offensichtlich Zeitschriftenabonnements werben wollte. Im Anschluss an eine entsprechende Warndurchsage gingen bei der Polizei mehrere Hinweise ein, die zur vorläufigen Festnahme des Mannes führten.

Die Anlage, die in der Leitstelle des Polizeipräsidiums steht, ist rund um die Uhr einsatzbereit. Allerdings entscheiden die angeschlossenen Haushalte, wann sie für die telefonischen Warnmeldungen erreichbar sein möchten. Wahlweise sind die BAS-Anrufe auch übers Handy zu empfangen. Dabei ist es der Polizei jederzeit möglich, zielgerichtet etwa die Bewohner eines bestimmten Stadtteils anzuwählen oder aber eine Warnmeldung an alle registrierten Teilnehmer im Stadtgebiet abzusetzen.

„Offenbach war seinerzeit bundesweit die erste Großstadt, die sich für den Einsatz eines Frühwarnsystems für seine Bürger entschied“, erinnert der Oberbürgermeister. Mittlerweile seien solche Alarm-System fester Bestandteil der kommunalen Präventionsarbeit geworden.

Darüber hinaus informiert die Polizei via BAS über besondere Aktionstage und Kontrollen oder warnt vor extremen Wetterlagen.

Wer sich für das Alarm-System interessiert - eine Informationsbroschüre mit Anmeldeformular gibt es im Bürgerbüro, bei der Stadtwache, beim Förderverein Sicheres Offenbach und bei allen Offenbacher Polizeidienststellen. Die Kosten für die Teilnahme betragen lediglich sechs Euro im Jahr.

Kommentare