Offenbach zeigt seine nationale Vielfalt

Entdeckungsreise für Gaumen, Auge und Ohr

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Darbietungen der Folkloregruppen, bei denen auch der Nachwuchs konzentriert bei der Sache war, prägten das Bühnenprogramm beim Kulturfest der Nationen.

Offenbach - Kulinarische und kulturelle Vielfalt - das sind die Zutaten, welche den konstanten Erfolg einer Veranstaltung ausmachen, die am Wochenende in ihrer 25. Auflage als „Kulturfest der Nationen“ Tausende auf den Wilhelmsplatz lockt. Von Ramona Poltrock

Das Kulturfest war einst als „Tag des ausländischen Mitbürgers“ ins Leben gerufen worden. Der große Zulauf freut besonders den Vorsitzenden des Ausländerbeirats und Veranstalter Abdelkader Rafoud, der mit Stadtverordnetenvorsteherin Sieglinde Nöller und Stadtrat Stephan Färber am Samstag die Besucher begrüßt. Und der neue Bürgemeister Peter Schneider tauft den Wilhelmsplatz für die Dauer des Festes zum „Platz aller Kulturen“ um. Zur Polit-Prominenz, die sich sehen lässt, gehören auch der CDU-Bundestagsabgeordneter Peter Wichtel, SPD-Landtagsabgeordnete Heike Habermann und weitere Stadtverordnete.

Bis in die späten Abendstunden reißt der Strom der Besucher nicht ab. Sie verfolgten vor der Bühne oder auf Stühlen und Bänken das Bühnenprogramm. Kinder und Erwachsene präsentieren dort unter anderem türkische, serbische oder rumänische Volkstänze und Chorgesängen, spätestens beim griechischen Sirtaki fangen die Gäste an, im Takt mitzuklatschen.

Bilder vom Kulturfest

Nationale Vielfalt am Wilhelmsplatz

Auf kulinarische Weltreise kann man sich an den 23 Ständen der ausländischen Kulturvereine begeben. Schon der Duft etwa von Curry, Pfefferminz, gedünsteten Zwiebeln und gegrilltem Fleisch zeugt von der Vielfalt. Allein die unzureichenden Möglichkeiten das Angebot auch bequem genießen zu können, sind Anlass für Kritik. „Das Fest ist wirklich sehr schön, aber ich werde wohl nicht mehr lange bleiben. Hier sind einfach zu wenig Sitzgelegenheiten“, meint eine Besucherin.

Wen es nicht stört, der stellt sich an einem der Stände an. Von Italien über die Türkei bis nach Indien, von selbstgemachten Pralinen über Börek bis Chickencurry mit Basmatireis ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Auf sensiblere Geschmacksnerven wird Rücksicht genommen

Schon in den frühen Morgenstunden hatten die jeweiligen Vereine Spezialitäten ihrer Heimat zubereitet. Die Frauen des Elternvereins Niketon Bangladeshi haben dabei auch auf die sensibleren Geschmacksnerven Rücksicht genommen und etwas weniger Curry und Kurkuma benutzt als üblich.

Die kroatische Gemeinde ist von Anfang an dabei beim Kulturfest der Nationen. Wie immer kann sie sich über fehlenden Umsatz nicht beschweren. „Wir sind zufrieden. Die Leute wollen vor allem Cevapcici“, berichtet Vorstandsmitglied Mato Brnic. Das insgesamt 15 Mitglieder zählende Team stand ab sieben Uhr in der Küche und hat mehr als 120 Kilo Fleisch zubereitet.

Präsentiert hat sich der Verein auch auf der Bühne. Seine drei Folkloregruppen tanzten und sangen in traditionellen Trachten zu kroatischer Volksmusik. Vereinsmitglied Klara Jamic und ihre Familie sind in dem Verein verwurzelt. Gemeinsam mit ihrer Tanzgruppe tritt die 14-Jährige auf Hochzeiten, Geburtstagen und zum vierten Mal auch auf dem Kulturfest der Nationen auf. „Es ist toll hier. Jedes Jahr kommen so viele Nationen zusammen, haben keine Vorurteile und verstehen sich“ sagt sie.

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