Rundgang der Offenbacher Hochschule für Gestaltung

Entdeckungsreise in Sachen Kunst

Offenbach - Am Wochenende ging der 18. Rundgang der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) über die Bühne. An fünf Standorten in der Stadt drehte sich alles um Kunst und Design. Von Eugen El

Der Auftakt fiel auf den ersten Blick bescheidener aus als sonst. Zur Verleihung der Rundgang-Preise drängten sich Studierende und Besucher vor der Aula im 1. Stock des Altbaus in der Schlossstraße. Ein Gefühl der Enge herrschte dort aber nur räumlich: Immerhin konnten mittlerweile zwölf Preise an Studierende der beiden Fachbereiche Visuelle Kommunikation und Produktgestaltung verliehen werden. Und auch sonst zeigte sich die Hochschule vielseitig und kraftvoll, wie eh und je.

In diesem Jahr lohnte sich vor allem der Weg zu den Außenstellen. In der von der HfG genutzten „Zollamt Galerie“ in der Frankfurter Straße konnte man Arbeiten aus der Fotografieklasse von Professor Martin Liebscher sehen. Die dortige Ausstellung wurde vom Kritiker, Kurator und Künstler Andreas Schlaegel betreut. Den Umgang mit Kuratoren bereits während des Studiums üben zu können, kann man als ein Privileg für Liebschers Schützlinge werten. Der Schwerpunkt der Präsentation in der „Zollamt Galerie“ lag auf Arbeiten, die die Fotografie hin zu anderen Medien erweitern und Übergänge schaffen. Sarah Schweizer hat die fotografische Abbildung von Malerei erforscht. Philipp Grünewald und Robert Schittko erweiterten Fotografie in den Raum und schufen komplexe Installationen.

Im HfG-Ateliergebäude in der Geleitsstraße war eine kuratierte Schau der Lehrgebiete Bildhauerei, Elektronische Kunst, Experimentelle Grafik und Malerei zu sehen. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten war die Hängung gemischt, so dass man einzelne Positionen nicht auf Anhieb einzelnen Klassen zuordnen konnte. Bei einigen Studierenden konnte man wichtige Entwicklungsschritte beobachten, so zum Beispiel bei Max Geisler, der einen experimentell-abstrakten, am Material orientierten malerischen Ansatz entwickelt hat. Die Klasse für Elektronische Kunst von Julika Rudelius beeindruckte mit konzeptioneller Schärfe. Viel Buntes, Lautes war in der Geleitsstraße zu sehen, aber auch subtile Positionen wie die lakonisch-verrätselten Kugelschreiberzeichnungen von Jonas Wohler.

In der Kappus-Seifenfabrik zeigten Studierende aus Heiner Blums Lehrgebiet ihre Projekte. Dort überwog Experimentelles aus allen Medien, von fotografisch dokumentierter Offenbach-Romantik über raumbezogene, installative Eingriffe, bis hin zu Malerei und Video. Die industriellen, rau anmutenden Räume verliehen den Arbeiten einen wohltuenden Charme.  Auf dem Campus in der Schlossstraße konnte man neben weiteren künstlerischen Positionen Einblicke in die anwendungsorientierten Disziplinen wie Typografie, Konzeptionelle Gestaltung und Produktdesign bekommen. Ihre Entwürfe waren von gewohnt hoher Qualität. Diesmal haben jedoch die künstlerischen Klassen sichtbar aufgeholt. So konnte dieser gelungene Rundgang als ein sommerlicher Treffpunkt von Studierenden, Verwandten, Freunden, Fachpublikum und anderen Interessierten ausklingen.

Rubriklistenbild: © Hochschule für Gestaltung

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