Stimme des Kidnappers im Fokus

Entführungsfall Würth: Prozess um Offenbacher beginnt

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Im bundesweiten Fokus: In diesem Hochhaus an der Offenbacher Rhönstraße wurde der mutmaßliche Würth-Entführer festgenommen.

Gießen/Offenbach - Im Juni 2015 wird der behinderte Sohn des Unternehmers Würth entführt. Nun verhandeln Richter den Fall, bei dem ein nicht alltägliches Beweismittel eine wichtige Rolle spielt.

Rund drei Jahre nach der Entführung des Sohnes von Milliardär Reinhold Würth beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Kidnapper. Der 48-Jährige aus Offenbach muss sich seit heute Morgen wegen erpresserischen Menschenraubes vor dem Landgericht Gießen verantworten. Der Mann soll den behinderten, erwachsenen Sohn des baden-württembergischen Unternehmers im Juni 2015 im osthessischen Schlitz entführt und drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Nach einer gescheiterten Übergabe wurde Markus Würth einen Tag später in einem Wald bei Würzburg unversehrt an einen Baum gekettet gefunden.

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In dem Prozess wird ein Stimmgutachten von Wissenschaftlern im Mittelpunkt stehen - eine Besonderheit. Es sei ein "Novum", dass ein solches Gutachten das zentrale Beweismittel in einem Verfahren sei, erläuterte der Gießener Staatsanwalt Thomas Hauburger. Die Experten hatten einen Telefon-Mitschnitt des Entführers analysiert und so unter anderem die Region eingegrenzt, aus der er mutmaßlich stammt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Stimme dem Angeklagten gehört. Der Mann kommt aus Serbien, wohnt in der Rhönstraße in Offenbach.

Mutmaßlicher Entführer in Offenbach festgenommen: Fotos

Bei seiner Festnahme im März hatte der Mann bestritten, den damals 50-Jährigen aus einer Wohngemeinschaft für behinderte und nicht behinderte Menschen in Schlitz entführt zu haben. In den vergangenen Wochen habe der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen, berichtete Hauburger. Das Landgericht Gießen will den Fall an insgesamt zwölf Prozesstagen bis Anfang Dezember verhandeln. Die Ermittlungen der Polizei laufen unterdessen weiter. Die Beamten schließen nicht aus, dass an der Entführung mehrere Personen beteiligt waren. (dpa)

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