Künftig nur noch zweispurig

Entlang der Sprendlinger Landstraße entsteht Radstreifen von Offenbach nach Neu-Isenburg

Der Umbau der Sprendlinger Landstraße hat mehrere Bausteine. „Nur wenn in der wachsenden Region mehr Menschen umsatteln, ist der fließende Verkehr für alle möglich“, betont der Isenburger Bürgermeister Herbert Hunkel.
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Der Umbau der Sprendlinger Landstraße hat mehrere Bausteine. „Nur wenn in der wachsenden Region mehr Menschen umsatteln, ist der fließende Verkehr für alle möglich“, betont der Isenburger Bürgermeister Herbert Hunkel.

Radweg, Fahrradstraße, Radschnellweg. Klickt sich der Interessierte durchs weltweite Datennetz, erhält er eine Vielzahl an Bildern, Plänen und Beschreibungen. Schnell wird klar: Es ist ein buntes Sammelsurium. Aber gerade bei den Schnellwegen ist erkennbar, dass sie meist von Autostraßen entkoppelt sind. Vielleicht firmiert der geplante abgetrennte Streifen auf der Sprendlinger Landstraße daher als „direkte Radverbindung“ zwischen Offenbach und Neu-Isenburg.

Offenbach – Die Arbeiten, die Autofahrern zwei Spuren wegnehmen, starten demnächst. Am Ende steht ein zweijähriger Verkehrsversuch. Es wird wie bei vielen Projekten sein: Erst wenn die Firmen die vorgesehenen Änderungen zwischen Stadtgrenze (THW) und Geisfeldkreisel tatsächlich vornehmen, erfolgt der öffentliche Aufschrei. Dabei sind laut Mitteilung „die Ausführungsplanung für eine neue Radfahrstrecke entlang der Sprendlinger Landstraße (L 3313) und die Ausschreibungen für den Bau der direkten Radverbindung abgeschlossen“. Und die Vergabe stehe bevor, sodass die Arbeiten beginnen können. Zur Fahrradsaison im Frühjahr 2022 soll das Projekt, das von Hessen Mobil mit der Stadt Offenbach zunächst als zweijähriger Verkehrsversuch angelegt ist, vollständig umgesetzt sein.

Was kommt auf die Verkehrsteilnehmer zu? Im ersten Bauabschnitt wird die Landesstraße für Autos von vier auf zwei Fahrspuren reduziert. Dies bietet Platz für einen abgetrennten breiten einseitigen Radweg am westlichen Rand der Sprendlinger Landstraße, „welcher in beide Richtungen befahren werden kann“. Damit wird insbesondere Berufspendlern „ein sicherer und schnellerer Weg“ ermöglicht. Im zweiten Schritt wird die Kreuzung Sprendlinger Landstraße / Gravenbruchring (Neu-Isenburg) fahrradfreundlich umgebaut. Der entsprechenden Planungsvereinbarung mit dem Land hatte der Magistrat im Herbst 2020 zugestimmt. Zur Umsetzung hat die Stadt die weiteren Schritte mit Hessen Mobil abgestimmt.

Mit einem unabhängigen Ingenieurbüro haben die kommunalen Verkehrsplaner geprüft, ob die Maßnahme – in diesem Fall die Verringerung von vier auf zwei Fahrspuren – ohne größere Auswirkungen auf den fließenden Verkehr möglich ist. Hierzu wurden Simulationen vorgenommen, ob die Leistungsfähigkeit weiterhin gegeben ist. Ergebnis: Da die Zufahrten der Knotenpunkte und die Verkehrssteuerung an den Kreuzungen unverändert bleiben, „ist mit nur wenigen Beeinträchtigungen des Verkehrs zu rechnen“.

Die Maßnahme zur Förderung des Radverkehrs ist Teil der städtischen Strategie, umwelt- und klimafreundliche Mobilität zu fördern. Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Sabine Groß: „Damit bringen wir unseren Luftreinhalteplan weiter voran.“ Die Umsetzung des Luftreinhalteplans sei kein Selbstzweck, sondern diene dem Ziel die Luftqualität in der Stadt zu verbessern und damit die Gesundheit der Offenbacher zu schützen. „Die Themen Mobilität und Luftreinhaltung sind eng verwoben. Damit wir die Luftverunreinigungen nachhaltig in den Griff bekommen, ist es daher sehr wichtig, dass wir die Attraktivität anderer Verkehrsträger steigern und so zum Umstieg vom motorisierten Individualverkehr motivieren. Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist dabei ein wichtiger Baustein“, so die Grünen-Politikerin. Ziel der Maßnahmen dieses Plans ist es, weiterhin die Einhaltung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid zu gewährleisten.

„Außerdem möchten wir eine wichtige Lücke in der Radverkehrs-Infrastruktur schließen und die Sicherheit für Radelnde zwischen Offenbach und Neu-Isenburg deutlich verbessern“, ergänzt Planungs- und Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Heiko Durth, der Präsident von Hessen Mobil, fügt hinzu: „Immer mehr Menschen bewegen sich, ob zur Arbeit oder in der Freizeit, mit dem Rad. Um diesen positiven Trend weiter zu fördern, hat Hessen Mobil auch das Verkehrsmittel Fahrrad im Fokus. Er stellt klar: „Wir wollen künftig hin zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise von Mobilität.“ (Von Martin Kuhn)

Infos im Internet: bike-offenbach.de

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