Eon muss auf den Aal achten

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Offenbach - Das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) hat die B. etriebsgenehmigung für das Wasserkraftwerk an der Staustufe Offenbach um vier Jahre verlängert. Ein entsprechender Bescheid sei dem Betreiber, der Eon Wasserkraft GmbH, zugegangen, teilte das RP gestern mit.

Die bisherige für 30 Jahre geltende Bewilligung läuft zum Jahresende aus. Der Verband Hessischer Fischer übt heftige Kritik an der Entscheidung. Da die Stauanlage und das in das Wehr integrierte Wasserkraftwerk noch nicht die neuen gesetzlichen Anforderungen an die Durchgängigkeit und den Fischschutz erfülle, habe keine längerfristige Zulassung erteilt werden können, so das RP. Der durch diese Erlaubnis abgedeckte Übergangszeitraum diene dazu, technisch ausgereifte Lösungen zu finden.

Aufgrund der großen Wassermengen und der örtlichen Randbedingungen stelle dies die Planer vor eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber gelöst werden müsse, um den Anforderungen des Naturhaushalts im Main gerecht zu werden. „Gleichzeitig besteht aber auch ein grundsätzliches öffentliches Interesse am Betrieb von Wasserkraftanlagen, um so den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung rasch zu steigern“, so Regierungspräsident Johannes Baron.

Besonders geschützter Aal

Um für den rechtlich besonders geschützten Aal als sogenannten Langdistanzwanderfisch bereits kurzfristig eine Verbesserung zu erzielen, muss Eon zu Zeiten der Aalwanderung die Turbinen abschalten. Dafür installiert das Unternehmen laut RP eine Vorrichtung, die Aalwanderungen registrieren soll. Um sicherzustellen, dass diese noch neue Technologie auch funktioniert, wurde Eon ein Überwachungsprogramm aufgegeben.

„Alles nur Theorie, in der Praxis funktioniert das nicht“, schimpft Winfried Klein, Sprecher des Fischerverbands. Er prophezeit: Eon werde die Turbinen weiterlaufen lassen, so dass in den Zeiten, in denen der Aal wandere, was bis zu 25 Mal im Jahr für ein oder zwei Nächte vorkomme, am Ende jeweils bis zu 100 Kilogramm gehäckselter Fisch im Main zu finden sei.

mad

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