Erasmusschule geht in zweite Runde

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Durften nach den Ferien in ihren neuen Klassenraum: Die Schüler der 2a. Die einheitlichen Shirts sorgen für Zusammengehörigkeit.

Offenbach ‐ Kindergeschrei hallt durch die neuen Räume der Erasmusschule. Nach 15-monatiger Bauzeit haben die Kinder ihr neues Domizil bezogen. Offizielle Eröffnung ist im September. Von Katharina Skalli

Es herrscht Leben in der alten Backsteinvilla und auch in dem modernen, mit Holz verkleidetem Anbau, in dem es noch nach Farbe riecht. In der Luft hängt eine Mischung aus Aufbruchstimmung und dem Gefühl, endlich angekommen zu sein. Maria Bufano Hartmann von der Elterninitiative sieht den neuen Klassenraum ihrer frisch eingeschulten Tochter zum ersten Mal. „Es war das Wichtigste, endlich starten zu können“, sagt sie.

„Riesige“ Nachfrage

Im August 2009 hat die Schule den Unterricht in den Räumen des ehemaligen Gesundheitsamtes aufgenommen. Am Dienstag wurden 25 Erstklässler eingeschult. Den Kindergarten besuchen 75 Drei- bis Sechsjährige und 30 Knirpse werden in der Krabbelstube betreut. 300 Absagen musste Schulleiterin Monica Jansen erteilen. Viele davon an Eltern, die einen Platz in der Krabbelstube suchen. „Die Nachfrage ist riesig“, sagt sie. Nicht nur das pädagogische Konzept lockt Eltern, sondern auch die angebotenen Betreuungszeit von 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr.

Mehrsprachige Ausrichtung

Mit dem Erasmus-Projekt will die Elterninitiative „OK Kids“ dem entgegenwirken. Aber auch das pädagogische Konzept trägt zur Erweiterung der städtischen Bildungslandschaft bei. „Wir gehen vom Kind aus“, erläutert die Schulleiterin und fasst damit die Arbeitsweise des Hauses knapp zusammen. Projektorientiertes und selbständiges Arbeiten steht im Vordergrund. Außerdem Mehrsprachigkeit. In Krabbelstube, Kindergarten und Schule wird deutsch, spanisch und englisch gesprochen.

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Von Beginn an spaltete das Thema Erasmusschule die Stadt. Vor allem als die Baukosten von 1,5 auf 4,6 Millionen Euro erhöht wurden. Die Elterninitiative fühlt sich missverstanden und ungerecht behandelt. Sie sei nur Mieter und für die Kosten weder verantwortlich noch zuständig. Die Eltern, deren Kinder die Erasmusschule besuchten, seien keinesfalls elitär, betont Bufano Hartmann. Die Einrichtung bekommt noch keine Zuschüsse vom Land und ist auf ein Schuldgeld von etwa 450 Euro (inklusive 150 Euro Hortbeitrag) angewiesen. Jedes Jahr vergeben der Elternverein und Sponsoren allerdings Stipendien.

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