Erfolgreich mit Design aus Offenbach

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Karsten Küber, Geschäftsführer des Offenbacher Designstudios aroma_ID, gestaltet mit seinen Mitarbeitern neue Produkte.

Offenbach ‐ Die kreative Handschrift von Karsten Küber und seinen Kollegen tragen wohl hunderte Produkte. Die Palette reicht von Tassen bis zu Maschinen. Wenn der Geschäftsführer des Offenbacher Designstudios aroma_ID über seine Arbeit spricht, stößt er aber regelmäßig an Grenzen. Von Marc Kuhn

Aus Gründen der Geheimhaltung darf er über eine Reihe von Produkten nicht sprechen, wie der 39-Jährige unserer Zeitung sagt. Das sei in der Branche üblich. Zu den Kunden zählen die Deutsche Bahn, die Lufthansa und Braun. 1999 gründete Küber mit André Stocker, der das Unternehmen kürzlich in Freundschaft verließ, aroma_ID. Die Jungunternehmer hätten sich für den Namen entschieden, weil das Wort Aroma positive Assoziationen wecke. „Es gibt schlechten Geschmack, aber nur gute Aromen.“ ID stehe für Ihr Designteam. Mittlerweile stehen sieben Mitarbeiter auf den Gehaltslisten, erklärt Küber - Studenten und Designer. Der Umsatz bewege sich im sechsstelligen Bereich. „Wir agieren sehr handwerklich wie ein Schreiner. Zuwächse und Risiken sind gut überschaubar“, berichtet der Industriedesigner.

Hilfreich bei seiner Arbeit sei, dass er vor dem Studium eine Ausbildung als Modellbauer bei MAN absolviert habe, erläutert der gebürtige Mainzer weiter. Sein Unternehmen gestaltet zum Beispiel für die Firma Kobil in Worms Kartenlesegeräte, die Banken einsetzen. Die Designs würden mit den Instituten und den Herstellern, die in Fernost sitzen, abgestimmt. „Wir begleiten auch die Produktion.“ Die Offenbacher haben aber auch schon das Aussehen einer Ölheizung mitbestimmt, die an der Wand angebracht wurde.

Zudem hätten sie Zugangskontrollsysteme für Universitäten und Industrie-Tastaturen für Computer designt, sagt Küber. Ein technisches Nischenprodukt, bei dem sichergestellt werde, dass kein Schmutz in die Tastatur eindringen könne. Für die Dieburger OR Lasertechnologie GmbH wurde das Design von Maschinen entwickelt. Darüber hinaus gestalte seine Firma „Tableware-Accessoires“, erklärt Küber weiter. So seien für Auerhahn beispielsweise Uhren, Tassen und Dosen designt worden.

Die breite Aufstellung von aroma_ID war von Anfang an angestrebt. „Wir wollten nicht auf eine Branche spezialisiert sein“, sagte Küber. Sonst hätten Designer es schwer, frei zu agieren. „Das macht weniger Spaß.“ Es sei „sehr erfrischend, dass wir es jeden Tag mit verschiedenen Themen zu tun haben.“ Darüber hinaus sei ein Unternehmen krisenfest, wenn es mehrere Auftraggeber habe. Die internationale Wirtschaftskrise haben die Offenbacher indes auch zu spüren bekommen. Kunden hätten sich mit Aufträgen zurückgehalten. „In den letzten Wochen merke ich aber, dass Projekte gestartet werden.“

Küber will das „Portfolio“ von aroma_ID erweitern. Er setzt verstärkt auf Interfacedesign, eine Sparte, in der neben der Ästhetik die Funktionalität von Produkten eine wichtige Rolle spielt - beispielsweise die Bedienbarkeit von Geräten. Zudem will Küber international tätig werden. „Der Bedarf in den Herstellerländern entsteht.“ Die Chinesen würden Design aus dem Westen sehr schätzen. Und Unternehmen, die in Europa Fuß fassen möchten, müssten ihr Design für den Markt anpassen, berichtet der Geschäftsführer. „Die Drähte glühen. Es gibt interessanten Bedarf in unterschiedlichen Branchen.“

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