Erfolgreicher Maulwurf

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Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (links) und Ehrenamtschef Reinhard Knecht (hinten) beglückwünschen die „Maulwurf“-Redaktion.

Offenbach - Wenn es ein Erfolgsrezept für die Schülerzeitung „Der Maulwurf“ gibt, dann kennt es AG-Leiter Wolfgang Grünleitner. Von Katharina Hempel

Das Blatt der Schillerschule gewinnt dieses Jahr zum zehnten Mal in Folge den ersten Platz beim Schülerzeitungswettbewerb des Vereins Jugendpresse Hessen. Als bestes Magazin in der Kategorie „Realschulen und Gesamtschulen ohne Gymnasium“.

Im Rathaus empfingen gestern Stadtrat Paul-Gerhard Weiß und Reinhard Knecht vom Referat Ehrenamt die Sieger. Weiß: „Wir haben mitbekommen, dass der Maulwurf wieder beste Schülerzeitung Hessens wurde. Das ist schon fast rekordverdächtig. Wir als Stadt freuen uns, dass der Preis immer wieder nach Offenbach geht.“ Für Reinhard Knecht war es eine „besondere Freude“ Jugendliche zu empfangen, die sich ehrenamtlich engagierten – und das mit Erfolg. Damit seien die 13 Redakteure ein Teil der 20 000, die – seinen Berechnungen nach – in Offenbach ein Ehrenamt besetzten.

Die weibliche Seite der Schillerschulzeitung ist beim Empfang besonders stark vertreten: Acht Mädchen, zwölf bis 16 Jahre alt, sitzen auf den blauen Sesseln in Saal 3 und nehmen Gratulationen, Büchergutscheine und Überraschungstüten „rund ums Thema Wetterstadt“ in Empfang. Vor ihnen liegt die jüngste Ausgabe ihrer Zeitung. Auf dem Titel: ein Maulwurfbild. Zwei Seiten weiter ist das aktuelle Maskottchen abgedruckt: Ein Maulwurf, der aus seinem Hügel guckt, im Hintergrund das Gebäude der Schillerschule (siehe Logo).

Bedeutung von Name und Logo erklärt Lehrer und AG-Leiter Wolfgang Grünleitner: „Der Maulwurf deckt auf. Die Gründer der Schülerzeitung wollten Skandale ans Licht bringen, investigativ arbeiten. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass es an der Schule gar nicht so viele Skandale gibt über die es sich lohnen würde zu schreiben. Die Kunst besteht vielmehr darin, den Alltag darzustellen.“

Der interessiert auch Mitarbeiterin Iman am meisten. Die 16-Jährige könnte sich vorstellen, später weiterhin journalistisch tätig zu sein. „Es macht mir Spaß Berichte zu schreiben. Ich finde es interessant, zu erfahren, was in der Schule und drumherum passiert.“

Iman kam über eine Freundin zum Maulwurf. Ihre Kollegin Silvija hat der Deutschlehrer immer wieder aufgefordert, Geschichten für die Schülerzeitung zu schreiben. Mittlerweile ist sie festes Mitglied der Redaktion. Meistens schreibt sie ihre Texte zuhause. Da wurde Zwillingsschwester Lidija neugierig und schließlich ebenfalls für den Maulwurf tätig. Katarina wollte ihren beiden großen, 15-jährigen Schwestern natürlich in nichts nachstehen und trat der Schülerzeitungs-AG auch bei. Fast schon ein Familienbetrieb, der „Maulwurf“.

Lehrer Wolfgang Grünleitner hat seit der ersten Ausgabe – die gab’s im September 1989 – einen festen Sitz in der Chefredaktion der mittlerweile 1000 Auflagen starken Schülerzeitung. „Und am Ende sind immer alle Exemplare verkauft.“ Damals war noch vieles anders. Das Erfolgsrezept ist aber gleich geblieben. Und Grünleitner wagt, es zu lüften: „Unsere Zeitung greift auf ein sehr breites Spektrum von Themen der Schule zurück – Klassenfahrten, AGs, Veranstaltungen. Und wir haben den Vorteil, dass sich nach 50 Ausgaben eine gewisse Tradition entwickelt hat. Die aktuellen Redaktionen können auf Erfahrungen vorangegangener Redaktionen zurückgreifen und müssen nicht jedes Mal das Rad neu erfinden. Die Schüler kommen mit Themen auf uns zu. Wenn’s überhaupt eins gibt, dann ist das das Erfolgsgeheimnis.“

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