Was den Älteren wichtig ist

Ergebnisse einer Umfrage unter den über 60-Jährigen in Offenbach liegen vor

Mit zunehmendem Alter gewinnt die Verkehrssicherheit für Fußgänger an Bedeutung. Grafik:
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Mit zunehmendem Alter gewinnt die Verkehrssicherheit für Fußgänger an Bedeutung. Grafik:

Mit dem Ziel, die Alltagsbewegung von älteren Menschen zu fördern und dabei die seniorengerechte Gestaltung Offenbachs in den Blick zu nehmen, hatte die Stadt eine Umfrage unter den Bürgerinnen und Bürger über 60 Jahre gestartet und gleichzeitig zur einer Fotoaktion aufgerufen. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Offenbach – So ergab die Erhebung, dass Treffpunkte im öffentlichen Raum, Sitzmöglichkeiten und öffentliche Toiletten wichtige Punkte für die Befragten sind, um außerhalb ihrer Wohnung mobil zu bleiben. Die Ergebnisse stellen eine Entscheidungsgrundlage für die im nächsten Schritt gemeinsame bedarfsorientierte Planung von bewegungsförderlichen Maßnahmen dar.

„Mehr als hundert Seniorinnen und Senioren haben mitgemacht. Das zeugt von einem regen Interesse, trotz und gerade in einer Zeit der Einschränkungen durch die Pandemie“, bilanziert Sozialdezernentin Sabine Groß. Für Politik und Verwaltung seien die Ergebnisse wertvoll. „Denn sie zeigten direkt, wie die Offenbacherinnen und Offenbacher über 60 Jahre zu ihrer Stadt stehen.“

Aus der Analyse ergeben sich folgende Punkte:

Erreichbarkeit zu Fuß

Laut der Befragten besteht im Stadtgebiet bereits eine gute Infrastruktur (Einzelhandel, ÖPNV, Grünanlagen). Insbesondere öffentliche Verkehrsmittel sind innerhalb weniger Minuten zugänglich. Geschäfte, öffentliche Einrichtungen und Verkehrsmittel sind fußläufig zu erreichen. Lediglich die lokalen Einrichtungen wie etwa Post, Bank oder Sport- und Freizeiteinrichtungen können durchschnittlich in einer Viertelstunde oder in einem längeren Zeitraum erreicht werden.

Verkehrssicherheit

Die Umfrage zeigt, dass die allgemeine Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger eine wichtige Rolle spielt. Die Verkehrssicherheit für Radfahrer ist besonders den 60- bis 69-Jährigen „sehr/eher wichtig“. Bei Betrachtung der Verkehrssicherheit für Fußgänger nimmt die Wichtigkeit erst im Alter zu. 43 % der 60- bis 69-Jährigen empfanden die Erhöhung der Verkehrssicherheit als „ausreichend vorhanden“. Wohingegen 66 % der Befragten über 80 Jahre eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für „sehr/eher wichtig“ hielten. Dies wurde durch eine Fotoaktion verdeutlicht. Die zugesandten Bilder zeigten zugeparkte oder nicht vorhandene Gehwege. Eine Vielzahl von Stolperfallen, Löchern und Vertiefungen im Bürgersteig, die nur sehr schwer oder gar nicht mit Rollator und Rollstuhl passierbar sind, bemängeln die Befragten.

Toiletten und Sitzmöglichkeiten

Als besonders relevant für die Fortbewegung im eigenen Stadtgebiet sehen die Seniorinnen und Senioren die Verfügbarkeit von öffentlichen Toiletten. So geben 66 % der Befragten an, dass sie sich „neue öffentliche Toiletten“ im Stadtgebiet wünschen, um draußen aktiv sein zu können. Weitere Anmerkungen aus der Befragung sind fehlende Treffpunkte und Sitzmöglichkeiten im Mathildenviertel, im Wetterpark und am Bürgeler Reichstag.

Besonders im Alter nimmt die Wichtigkeit von Sitzmöglichkeiten zu. So geben 71 % der über 80-Jährigen an, dass sie neue Sitzmöglichkeiten als „sehr/eher wichtig“ sehen. Neben den bewegungsförderlichen Rahmbedingungen wünschen sich 48% mehr Bewegungsangebote für Menschen ab 60 Jahren. Bestehende Angebote, wie zum Beispiel der Bewegungsparcours in Tempelsee, werden mehrfach gelobt und in weiteren Stadtteilen gewünscht.

Hintergrund und Vorgehen

Befragt wurden im Zeitraum von Januar bis Februar 2021 Bürger und Bürgerinnen über 60 Jahre. Für die repräsentative Umfrage wurden 300 zufällig ausgewählte Offenbacher und Offenbacherinnen angeschrieben. Die Rücklaufquote betrug 34 %. Die Umfrage erfolgte anhand eines standardisierten Fragebogens. Er beinhaltete Fragen, wie zum Beispiel zu Arten von Wohnhäusern in der Nachbarschaft, Entfernung zu lokalen Einrichtungen, Infrastruktur der Fuß- und Radwege in der Wohnumgebung, Attraktivität des Wohnviertels und die eigene körperliche Aktivität.

Neben der Bürgerbefragung fand eine Fotoaktion von Februar bis März 2021 statt. Der Aufruf erfolgte über Begegnungsstätten wie Seniorentreffs, Freiwilligenzentren und das Mehrgenerationenhaus. Insgesamt nahmen aber nur 30 Bürgerinnen und Bürger das Angebot wahr und sendeten ihre Fotos zu. In persönlichen Gesprächen wurden die Bilder nochmals erläutert. (mad/pso)

Infos im Internet: offenbach.de/bewegung

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