Erhalt des leckeren Markenzeichens

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Kalte Kleinigkeiten, warmes Mittagessen: Die Schillerschule wird in Zukunft von Jugendlichen des Ausbildungsprojekts Ina bekocht.

Offenbach - Schon 1981 hielten Lehrer auf einer Konferenz fest: An der Schillerschule soll es warmes Mittagessen für Schüler und Lehrer geben. Die Ankündigungen wurden schnell in die Tat umgesetzt. Von Daniel Schmitt

Anfangs speisten Schüler und Lehrer in den Klassenräumen noch ausschließlich Tiefkühlkost, 1993 wurde dann eine neue Cafeteria eröffnet.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der 1988 an die Schule gekommene Lehrer und Hobbykoch Peter Reimann die Verköstigung der Schüler längst übernommen. Mit wechselnden Schülern der 9. und 10. Jahrgangsstufe steht er bis heute an den Kochtöpfen und präsentiert täglich das „Schillermenü“. „Es war ein holpriger Weg, aber das Konzept ,Schüler kochen für Schüler’ hat sich durchgesetzt“, sagt Reimann.

Seit diesem Halbjahr erhält die Schillerschule Unterstützung von Auszubildenden des Gelben Hauses in Offenbach, einem Träger der Jugendberufshilfe. Dabei lernen Heranwachsende, die ohne Ausbildungsstelle dastehen und deren Eltern Hartz IV beziehen, im Ausbildungsprojekt Ina das Kochen. Sechs Jugendliche bereiten täglich frische Kost für die Schüler der Schillerschule vor: Kleinigkeiten wie hausgemachtes Gebäck, Obstkuchen oder Wraps sowie warmes Mittagessen.

Kooperation mit dem Gelben Haus

Die Kooperation zwischen der Schillerschule und dem Gelben Haus entstand aufgrund zweier Notstände: Zum einen musste das Ausbildungsrestaurant Ina die Räume im Kolpinghaus wegen finanzieller Probleme aufgeben. Zum anderen stehen Lehrer Reimann und Schulleiter Thomas Findeisen kurz vor ihrer Pension. Die Schillerschule suchte also neue, engagierte Kräfte.

An der Schule ließen sich keine Hobbyköche finden: Die zusätzliche Belastung schreckte Lehrer ab. „Dann sind wir im Frühjahr über Ina gestolpert. Wir freuen uns, dass wir das Konzept so schnell umgesetzt haben“, sagt Schulleiter Findeisen. Es sei eine Win-Win-Situation.

Denn auch das Ausbildungsprojekt profitiert von der Zusammenarbeit. Die Jugendlichen haben wieder einen Platz zum Kochen. „Für uns ist die Kooperation mit der Schillerschule ein absoluter Glücksfall, weil wir die Ausbildung ohne wirtschaftlichen Druck eines öffentlichen Restaurants fortsetzen können“, erklärt Markus Hansen, Geschäftsführer der Initiative Arbeit des Bistums Mainz, die hinter dem Projekt Ina und dem Gelben Haus steckt. Den Serviceteil der Ausbildung absolvieren die Jugendlichen im Sheraton-Hotel.

Leitung des Schillercafés

Als neuer Küchenmeister übernimmt Dirk Höffler die Leitung des Schillercafés. Schon seit Anfang dieses Schuljahrs wird er von Reimann eingearbeitet. Heißt: Höffler kocht an zwei Tagen mit den Schillerschülern, an drei Tagen mit den Ina-Auszubildenden; so ist jeden Tag ein frisch gekochtes Mittagessen garantiert.

Für den Offenbacher Schuldezernenten Felix Schwenke ist dies die optimale Lösung: „Das Schillermenü ist ein Markenzeichen. Ich bin froh, dass weiterhin lecker gekocht wird.“

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