Erneut Unruhe bei der Polizei in Offenbach

Offenbach (psh) - Neue massive Vorwürfe gegen die Polizeiführung: Für Aufsehen sorgt ein Medienbericht, der Heinrich Bernhardt, den früheren Präsidenten des Polizeipräsidiums Südosthessen in Offenbach, und Innenminister Boris Rhein belastet.

Die Negativmeldung dürfte für eine weitere Verunsicherung bei der Polizei sorgen. Diese ist in den vergangenen Monaten und Jahren bereits mit zahlreichen internen Problemen konfrontiert worden.

Diesmal geht es um den Fall eines Oberkommissars, der nach Angaben von Polizeisprecher Josef Michael Rösch seit Monaten nicht mehr seinen Dienst verrichtet, dessen Dienstfähigkeit derzeit geprüft werde. Nach Angaben des Hessischen Rundfunks (hr) wirft der Beamte, gegen den offenbar u.a. wegen Stalking ermittelt worden sei, Bernhardt vor, versucht zu haben, ihn loszuwerden. Dies sei durch eine hr-info vorliegende E-Mail Bernhardts an Führungskräfte der Polizei enthüllt worden. „Leider können wir Herrn S. nicht in Luft auflösen“, steht demnach in dem Schreiben vom 30. Juli 2009. Auch von einer „fehlgeleiteten psychologischen Einstellung“ sei die Rede. Schließlich solle eine Polizistin veranlasst werden, Strafanzeige gegen den Oberkommissar zu stellen, damit man ihn über eine Suspendierung loswerden könne.

Die E-Mail-Nachricht hat der Beamte laut hr-info erst jetzt zu Gesicht bekommen, nachdem er vor Gericht auf Einblick in seine Personalakte geklagt hatte. „Die Vorwürfe gegen ihn wurden mittlerweile alle durch Verfahrenseinstellungen widerlegt“, teilte der Sender mit. Der Polizist überlege sich nun rechtliche Schritte gegen Bernhardt bzw. das Land.

Rubriklistenbild: © dpa

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