Neubau der Grundschule wird teurer

Ernüchterung in Waldhof

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Von außen wirkt der Neubau der Grundschule Waldhof schon fortgeschritten. Der Innenausbau muss noch warten, weil der Estrich lange zum Trocknen braucht.

Waldhof - Die Vorfreude hat sich relativiert: Weil der Neubau der Grundschule teurer wird, muss sie an vielen Stellen schmerzhafte Abstriche machen. Auch der Termin für die Fertigstellung ist weiter ungewiss. Von Veronika Schade

Groß war die Freude, als im März 2013 die Arbeiten für den Neubau der Grundschule Bieber, Zweigstelle Waldhof, begannen. Von einem „historischen Tag“ und einer „superschönen Schule“ sprach Schuldezernent Felix Schwenke anlässlich der Grundsteinlegung. Die Vorfreude auf das Gebäude ist teilweise der Ernüchterung gewichen. Denn nicht alle schönen Pläne können umgesetzt werden. Grund dafür ist, wie immer, das Geld. Die Kosten für den Neubau, der zunächst mit 6,9 Millionen Euro beziffert war, sind laut Oberbürgermeister Horst Schneider um 335.500 Euro gestiegen. Grund seien „Verzögerungen in der Haushaltsgenehmigung 2013“, weshalb etwa das Containerdorf länger stehen musste. „Das war nicht ganz billig.“ Zudem habe es bauliche Probleme gegeben.

„Der Baugrund wurde nicht sorgfältig untersucht“, kritisiert CDU-Stadtverordneter Michael Weiland. Der Boden habe erst verdichtet werden müssen. Auch die Anschaffung einer anderen Schließanlage habe Mehrkosten verursacht. Die restliche Finanzierung hängt laut Weiland in der Luft: „Das Regierungspräsidium wartet immer noch auf eine Liste zur Gegenfinanzierung von der Stadt, die besagt, worauf zugunsten des Vorhabens verzichtet wird. Erst dann werden Gelder genehmigt.“ Grundsätzlich seien in Offenbach wegen Haushaltssperre beziehungsweise Schutzschirm derzeit keine zusätzlichen Mittel möglich.

Fertigstellung ist ungewiss

Abstriche muss die Grundschule an mehreren Stellen machen. Cafeteria, Bücherei, Musik-, Werk- und Computerraum bekommen keine Möblierung und Ausstattung. Der Schulhof wird für die Schüler lediglich begehbar gemacht, aber sonst nicht weiter hergerichtet. Schulleiter Klaus-Peter Ehlert und sein Team setzen deshalb auf Improvisation. Für Cafeteria und Bücherei werden alte Stühle, Tische und Regale herangeholt, Vorhandenes wird weiter genutzt. Die Klassenzimmer müssen auf die geplanten, neuen Einbauschränke verzichten, Computer- und Musikraum bleiben möglicherweise erstmal leer. „Das ist nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben“, zeigt sich Ehlert enttäuscht. Nicht mal der Zaun um den Schulhof sei bisher finanziert.

Auch die Fertigstellung ist ungewiss. „Ursprünglich hieß es Weihnachtsferien 2013/14, dann Osterferien“, erzählt der Schulleiter. „Jetzt hoffen wir, dass wir in den Sommerferien umziehen können und das neue Schuljahr in den neuen Räumen beginnt.“ Problem derzeit: Der Estrich trockne nicht. Deshalb könne der Fußboden nicht verlegt werden. „Wenn der Estrich trocken ist, dauert es nochmal sechs Wochen, bis es weitergehen kann“, so Ehlert.

Der große Wunsch nach einer Turnhalle in Waldhof scheint angesichts dieser Entwicklungen erstmal kaum realisierbar. Die neue Regierungspräsidentin hat sich dazu bisher nicht geäußert. Den Eltern, Lehrern und Schülern bleibt also nur eins: Hoffnung. Die stirbt bekanntlich zuletzt.

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