Freiwilligenzentrum: Alles gut gegangen

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Froh, dass alles gelungen ist: die stellvertretende Vorsitzende des Freiwilligenvereins Ulla Brendel, Geschäftsführerin Sigrid Jacob, Vorsitzender Horst Thon und Schriftführerin Sybille Stallmann-Beseler bei der Eröffnung der neuen Räume an der Domstraße.

Offenbach - Die Kündigung aus heiterem Himmel hätte auch das bedauerliche Ende bedeuten können – zur Eröffnung der neuen Räume des Freiwilligenzentrums (FzOF) blickte Oberbürgermeister Horst Schneider zurück ins vergangene Jahr. Von Stefan Mangold

Die Einrichtung musste einen neuen Standort finden, nachdem der damalige Vermieter, die Caritas, seine Räume an der Kaiserstraße aufgab. Ein halbes Jahr verging zwischen Kündigung und der Unterschrift unter einem neuen Mietvertrag. Zwar stehen in Offenbach viele Gewerberäume leer. Die Gesetze des Marktes, nach denen Angebot und Nachfrage den Preis regeln, wurden jedoch zu einem großen Hindernis für das Freiwilligenzentrum: „Die Angebote waren fast alle zu teuer.“

Dennoch blieb Sigrid Jacob, die hauptamtliche Geschäftsführerin der Einrichtung, in der Zwischenzeit gelassen. Wohl zum einen, „weil die Frau Jacob sowieso immer ganz cool bleibt“, wie Heidi Weinrich, zuständig für die Kommunale Altenplanung, im Vorbeigehen bemerkt. Zum anderen sah Jacob die Lage anscheinend weniger dramatisch als der Oberbürgermeister: „Wir wären schon irgendwo unter gekommen, vielleicht auch wieder in einem anderen Büro der Caritas.“ Und tatsächlich wurde man am Ende auch fündig, weil, wie Horst Schneider betont, „in der Stadt jeder jemanden kennt, der wieder wen kennt“.

Private Vermieterin

So fand sich eine private Vermieterin, die dem FzOF in der Domstraße 81 eine 90 Quadratmeter große Fläche überließ und es gerne gehört haben dürfte, dass der OB und Kämmerer vor den zahlreichen Gästen die städtischen Zuschüsse auch für die Zukunft fest zusagte. Selbst für den Fall, dass die über einen Nachtragshaushalt laufen müssten. „Es ist noch immer gut gegangen.“

Das Freiwilligenzentrum, das sich vor elf Jahren als Verein konstituierte, dient als Vermittler von Bürgern, die sich engagieren wollen und Gruppen, die solche Menschen brauchen. Auch Ulrich Matthies (64) gehört zur Mannschaft. Der ehemalige Pfarrer der Johannesgemeinde und der Frankfurter Uni-Klinik betreibt noch das Seniorencafé im Anni-Emmerling-Haus am Bischofsheimer Weg und organisiert Gruppenspaziergänge, die jeden Donnerstag um 11 Uhr am Christine-Kempf-Haus an der Schönbornstraße beginnen.

Lachendes und weinendes Auge

Das Zentrum muss den ebenfalls anwesenden, früheren Kämmerer Michael Beseler nicht vermitteln, auch wenn der letztlich keinen weiten Weg hätte. Schließlich sitzt dessen Frau Sybille Stallmann-Beseler im Vorstand des Vereins. Seit vergangenem September agiert der frühere Manager aus der Privatwirtschaft nicht mehr als Stadtkämmerer. „Ich bin deshalb keineswegs in ein Loch gefallen“, in dem der eine oder andere Politiker nach Amtsende stecken möge. Beseler engagiert sich seitdem verstärkt in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und bei der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam.

Horst Thon, der ehrenamtliche Vorsitzende, freute sich bei der Eröffnung, dass sich die Existenz des Freiwilligenzentrums im Vereinsleben langsam herumspreche. Jedoch akzeptierten immer noch nicht all zu viele Vertreter die Realität, dass sich Jugendliche mittlerweile nicht mehr für immer und ewig an einen Club binden wollten, „sondern beispielsweise innerhalb eines Monats die Homepage gestalten und sich dann einem anderen Feld widmen“.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe sie den Umzug begleitet, sagte Sigrid Jacob. An der Kaiserstraße sei die Lage zentraler gewesen, an der Domstraße stünde jedoch mehr Platz zur Verfügung. „Eventuell können wir die Räume stundenweise auch anderen Gruppen zur Verfügung stellen.“

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