Neuen E-Mobil-Stationen

Neugierig auf die Stromer

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OVB-Projektleiterin Janine Mielzarek erläutert Anwohnern an der Station im Neubaugebiet An den Eichen, wie es funktioniert. Das Stationsnetz ist auf sechs Verleih-Standorte ausgeweitet worden.

Offenbach - Die Eröffnung des auf sechs Verleihstationen erweiterten Netzes an Elektroautos und Pedelecs in Offenbach hat am Samstag das Interesse vieler Bürger geweckt. Wer wollte, konnte sogar kostenlos Probefahrten unternehmen. Von Harald H. Richter 

Ein Flyer im Briefkasten ließ ihn aufmerksam werden. „Wenn man eine E-Mobil-Station gewissermaßen vor der Haustür hat, liegt es nahe, sich genauer zu informieren“, sagt Asterios Karatolios, der im Neubaugebiet An den Eichen zu Hause ist. Die Mobilitätsangebote von Offenbacher Verkehrsbetrieben (OVB) und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zum Ausleihen von strombetriebenen Fahrzeugen machten ihn neugierig.

Auch an der Vermietungsstation in Tempelsee (Brunnenweg/Ecke Weserstraße) konnte man am Samstag Stromer ausprobieren.

OVB-Projektleiterin Janine Mielzarek erklärt ihm an der Info-Stele direkt neben der Bushaltestelle Eibenweg das Mietsystem, und schon wenig später schwingt Karatolios sich auf ein Pedelec, um mit „Karlsson vom Dach“ eine Probefahrt durchs Wohnviertel zu unternehmen. In den nächsten Stunden tun es ihm zahlreiche Interessierte gleich. Das um die Mitarbeiterinnen Laura Reuter und Aileen Hiecke ergänzte Team hat an der zur Feier des Tages auffällig geschmückten Verleihstation reichlich damit zu tun, Fragen zu beantworten und das Buchungsverfahren zu erläutern.

„Karlsson“ freilich ist kein Begleiter aus Fleisch und Blut, sondern der Name des fahrbaren Untersatzes, mit dem sich Karatolios mühelos fortbewegt. Alle 20 an den sechs Stationen im Offenbacher Stadtgebiet vorhandenen Elektroräder tragen originelle Namen. Sie sind am Rahmen abzulesen. „Aus über 80 eingereichten Vorschlägen eines Wettbewerbs hatten wir die 20 besten ausgewählt“, berichtet OVB-Projektmanager Sebastian Peters. Seitdem gehören neben „Karlsson vom Dach“ und „Frau Rettich“ auch „Elektra“ und „Fahraway“ zur Pedelec-Flotte.

Autonome Taxen ändern den Stadtverkehr

Wie Karatolios nutzen am Samstag zahlreiche Interessierte die Möglichkeit, an den E-Mobil-Stationen mehr über die Ausleihbedingungen zu erfahren, Elektroautos und Zweiräder in Augenschein zu nehmen und sie auch gleich auszuprobieren. „Mit den neuen Stationen An den Eichen, Tempelsee und Rumpenheim vervollständigen wir unser Netz, das den Nutzern weit bessere Möglichkeiten als bisher bietet“, berichtet Peters. „Wer sich ein Auto oder Fahrrad ausleiht, kann es unkompliziert an einer beliebigen Station zurückgeben. Das schafft mehr Flexibilität.“ Um ein Elektroauto oder ein Pedelec zu mieten, muss man sich einmalig registrieren. Die Reservierung und Anmietung von Fahrzeugen ist jederzeit unter www.emobil-rheinmain.de sowie am Informations- und Buchungsterminal der entsprechenden Station möglich. Die maximale Mietdauer beträgt 72 Stunden.

Obendrein sind die Tarife überarbeitet worden und bieten Nutzern etliche Vergünstigungen. So erlaubt es die Flex-Variante, grundgebührenfrei ein Elektroauto entweder zum Minutenpreis oder per Tagespauschale auszuleihen, wobei Inhaber von RMV-Zeitkarten einen zehnprozentigen Preisnachlass erhalten. Der gilt auch für den, der die Premium-Variante bucht. Sie lohnt sich vor allem für Vielfahrer. Zwar wird eine monatliche Grundgebühr fällig, aber die Vorteile überwiegen. „Der Rabatt für RMV-Karteninhaber wird gewährt, ein Sicherheitspaket ist inklusive und die Tarife liegen deutlich unter denen der Flex-Variante“, verdeutlicht Janine Mielzarek. Alle Vergünstigungen gelten auch fürs Mieten der elektrisch betriebenen Fahrräder.

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Auch in Tempelsee ist das Informationsinteresse an diesem Samstag groß. Dort steht der für Innovation und neue Geschäftsfelder zuständige Projektleiter des RMV, Till Sommerfeld, mit seinem Team Rede und Antwort. „Die Leute sind überrascht, wie bequem und flexibel sich das Sharing-System erweist.“ Das e-Ticket Rhein-Main, aber auch ein Smartphone können als Zugangsmedium genutzt werden. An der Info-Stele selbst genügen einige wenige Fingertipps, und schon öffnet sich die Box, in der das startklare Pedelec geparkt ist. Ähnlich unkompliziert ist der Vorgang, um sich ein Elektroauto zu sichern. Auch die stationsflexible Fahrzeugrückgabe gestaltet sich einfach.

Im Werben für die Nutzung von Elektroautos verweisen die Mobilitätsexperten an diesem Info-Tag auch noch auf einen weiteren Vorteil: In Offenbach ist das Parken von Fahrzeugen mit E-Kennzeichen auf öffentlichen Stellplätzen bis zur angegebenen Höchstdauer kostenlos. „Einfach die Parkscheibe rein – fertig!“

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