Herzstück des Viertels

Parkour-Anlage des Senefelder-Quartiersparks

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Das historische Sheddach der ehemaligen Produktionsstätte von MAN Roland im Hintergrund: Die Eröffnung des Senefelder Quartierparks mit abwechslungsreichem Programm hat viele Besucher angezogen. Darunter auch junge Parkour-Fans, die sich auf der neuen Anlage (vorn rechts) austoben können.

Offenbach - Mit einem großen Nachbarschaftsfest ist auf dem ehemaligen Werksgelände der MAN Roland der Senefelder Quartierpark eröffnet worden. Hunderten Besuchern wurde ein familientaugliches Programm geboten. Ein Höhepunkt waren Vorführungen junger Parkour-Springer. Von Harald H. Richter 

Artur ist gar nicht mehr von den Betonblöcken und Stangen der Parkour-Anlage wegzubekommen, so sehr angetan ist der Siebenjährige von der Attraktion schlechthin im neuen Senefelder Quartierpark. „Ich werde ihn wohl jeden Abend nach der Arbeit hier abholen müssen“, ahnt Mutter Julia Neufeld, die im Viertel ein Blumenladen betreibt. Ansatzweise versucht der Junge nachzuahmen, was Enis Maslic und seine Mitstreiter der Ashigaru Parkour & Freerunning Crew den Eröffnungsbesuchern am Samstagnachmittag vorführen.

Die Traceure, wie die Springer genannt werden, zeigen waghalsige Flips und Weitsprünge, überwinden Hindernisse scheinbar mühelos und lassen das Publikum staunen. Aber sie führen auch Basisbewegungen vor und ermutigen Neugierige, den Einstieg in diesen kraftvollen Freizeitsport zu versuchen. „Mauern oder Lücken, wie Abgänge oder Gräben, sind für uns Fortgeschrittene kein Problem“, diktiert der junge Frankfurter dem Moderator der Fests, Quartiersmanager Marcus Schenk, ins Mikrofon. Bereits vor Eröffnung des Senefelder Quartierparks hat sich herumgesprochen, dass in Offenbach eine in der Region einmalige Anlage entstanden ist. Daher sind Traceure auch aus Mainz und Würzburg hergekommen. Die Albert-Schweitzer-Schüler Julian und Hakan, die vor etwa einem Jahr mit der Trendsportart begonnen haben, freuen sich über das Versprechen der Frankfurter, vor allem an Wochenenden interessierten Kids in Offenbach Parkour näher zu bringen.

Von Petrus begünstigt, erleben die Besucher ein alle Generationen erreichendes Programm, zu dem auch das Mobil der Jugendkunstschule beiträgt. Darüber hinaus gibt es weitere Stände, an denen gespielt, gebastelt und informiert wird. Das Umweltamt und seine Leiterin Heike Hollerbach sind ebenso präsent wie die Offenbacher Gruppe der Frankfurter Tafel um Christine Sparr, die Imker sowie die Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main. In deren Namen findet Projektleiterin Barbara Vogt lobende Worte für die gelungene Umgestaltung des ehemals industriell genutzten Areals in eine innerstädtische Grün-Oase.

Bilder: Eröffnung des Senefelder Quartierparks

Im Beisein von Dr. Christian Hey vom Hessischen Umwelt-Ministerium enthüllt Vogt mit Oberbürgermeister Horst Schneider eine „Tafel der Industriekultur“. Sie ist an der Stahlkonstruktion entlang der Gustav-Adolf-Straße im südlichen Teil des Parks angebracht und erinnert an den seit 1872 in Offenbach angesiedelten Druckmaschinenproduzent „Faber & Schleicher“. Auf der Bühne verblüfft Magier Harry Keaton das Publikum mit Tricks. Vorführungen gibt es auch durch die von Renate Müller betreute Tanz-AG der Humboldtschule. Später rockt die Band „Wir“ mit Country, Rock und Blues die Bühne.

Herzstück des Parks ist das große Spielnetz zum Hangeln und Klettern. Es ist den ganzen Nachmittag über von Kindern in Beschlag genommen. Dass bereits Gassi gehende Hundehalter die als Liegewiese gedachte Rasenfläche für sich entdeckt haben, wird als erstes Ärgernis wahrgenommen. „Ein paar Hinweistafeln an den Eckpunkten sollten die Zweckbestimmung klarmachen“, mahnt einer der Rundgangsteilnehmer an.

Demnächst soll noch mit „Urban Gardening“ ein identitätsstiftendes Zeichen für Alteingesessene und Neubürger gesetzt werden. Für Zuzug im Quartier schafft die Frankfurter ABG die Voraussetzungen, denn sie lässt an der Park-Ostseite gut 170 Wohnungen entstehen.

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