Offenbacherin beweist bei „The Voice of Germany“ ihr Gesangstalent

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Die Offenbacherin Nina Kutschera beweist bei der Fernsehshow „The Voice of Germany“ ihr Gesangstalent.

Offenbach - Ihr Name wird aufgerufen, sie muss den Backstagebereich verlassen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Nur noch Vollgas im Scheinwerferlicht. Nina drückt ihre Knie durch, läuft auf die Bühne. Alle Augen sind auf sie gerichtet – fast alle. Die, auf die es ankommt, können sie nicht sehen. Nur hören. Von Bettina Link

Die Wahl-Offenbacherin Nina Kutschera kommt ursprünglich aus Koblenz. Obwohl sie in Frankfurt arbeitet, ist sie vor eineinhalb Jahren mit ihrem Mann und den beiden Kindern in die Nachbarstadt gezogen. „Wir haben eine tolle Wohnung hier und uns ist Offenbach auch sympathischer“, erzählt die Gesangslehrerin, die in der Frankfurter Scream Factory unterrichtet. Aus Offenbach hat Nina es nach Köln, auf die Bühne der neuen Talentshow „The Voice of Germany“ (VOC) geschafft. Ob es ihr auch gelingt, sich bis ins Finale zu singen, können die Zuschauer seit gestern bei Pro Sieben und Sat 1 mitverfolgen.

„Da muss ich unbedingt mitmachen.“ Das stand für Nina Kutschera fest, seit sie auf die amerikanische Version der Show aufmerksam wurde. „Weil es hier nur um die Stimme und nicht um Modelmaße geht.“ Darum macht die 30-Jährige bei VOC mit und hat nicht schon längst versucht, Superstar zu werden.

Das Aussehen kann die Jury zunächst nicht beeinflussen

In der Tat, das Aussehen kann die Jury zunächst nicht beeinflussen. Sie können die Kandidaten nur nach ihrer Stimme beurteilen. Und das funktioniert so: Die Juroren – Xavier Naidoo, Nena, Rea Garvey und The Boss Hoss – sitzen mit dem Rücken zu den Sängern. Sie können nur deren Gesang hören, die Person hinter der Stimme aber nicht sehen. Erst wenn ein Juror überzeugt ist von der Leistung, darf er sich umdrehen und somit für den Kandidaten stimmen. Erst hören, dann sehen.

Die Kritik der Jury sei nicht mit der aus anderen Castingsendungen zu vergleichen. „Ich habe einfach das Gefühl, dass sie mich ernst nehmen und mich wirklich fördern wollen“, schildert Nina ihre Erfahrung mit den Juroren. Der respektvolle Umgang mit den Teilnehmern war auch der Grund, warum Nina auf die Sendung „The Voice of Germany“ gewartet hat, um ihr Talent zu zeigen.Die Zuschauer werden vor Jungs im Stimmbruch oder Mädels mit Piepsstimme bewahrt.

„The Voice of Germany“ - Bilder der ersten Blind Auditions

"The Voice of Germany" - Bilder der ersten Blind Auditions

Die Teilnehmer von „The Voice of Germany“ haben alle längst ihre Erfahrungen im Musikgeschäft gesammelt. Nina hat als Gesangslehrerin eine fundierte Stimmausbildung. Doch damit hebt sie sich nicht groß von ihrer Konkurrenz ab. Alle 150 Kandidaten haben beachtliche Erfolge vorzuweisen. Ein VOC-Sänger stand bereits mit Michael Jackson auf der Bühne, eine der Sängerinnen soll schon eine Millionen Platten verkauft haben. Trotzdem muss sich Nina mit ihrem Können nicht verstecken, schließlich ist auch sie aus über 10 000 Bewerbern ausgewählt worden, um bei „The Voice of Germany“ mitzumachen.

Gestern dann die erste Sendung. „Es war ein langer Prozess bis hierher“, erzählt die Sängerin. Im Juli war sie zunächst bei einem Vorauswahl-Casting in Frankfurt. „Ich bin einfach mal hingegangen. Dort musste ich gleich drei Mal vorsingen.“ Erst im August habe sie schließlich erfahren, dass sie weiterkommt. Ihr Weg führte sie dann nach Berlin zur sogenannten Pre-Selection. „Dort musste ich auch noch ein paar Mal vorsingen. Aber danach stand endlich fest, dass ich bei der Show dabei sein werde.“

Nina ist – wie viele ihrer Konkurrenten auch – mit Musik groß geworden. „Schon seit dem Kindergarten nerve ich die Menschen mit meinem Gesang“, berichtet die 30-Jährige unter schallendem Gelächter. „Ich fange beim Aufstehen an zu singen und höre erst beim Schlafengehen wieder auf.“

Ninas Stimme ist klar und durchdringend

Ihre Stimme ist klar und durchdringend. „Das ist mein Markenzeichen – man hört mich immer zuerst, bevor man mich sieht“. Beste Voraussetzung also für die Show, die ja genauso funktioniert. Aber Ninas Stimme ist nicht nur laut, sondern überzeugend – auch bei Aufregung. Das beweist sie Jury und Publikum gestern bei ihrem ersten Showauftritt. „Als ich auf die Bühne kam, war mein erster Gedanke: Ich habe ein Blackout, ich weiß den Text nicht mehr. Ich habe mich wie in Trance gefühlt.“ Doch als Nina endlich zum Singen ansetzt, läuft alles wie von selbst. „Ich wusste nicht, ob ich richtig singe, aber ich war froh, dass ich überhaupt einen Ton herausbekam.“ Mit Adeles „Set fire to the rain“ gewinnt Nina die Jury für sich. „The Boss Hoss“ drehen sich um, die Sessel mit Nena und Rea Garvey kurz darauf auch. Nur Xavier Naidoo will sie nicht sehen. Er habe mehr erwartet. Mit seiner Kritik kann Nina aber leben: „Er hat recht. Ich lag mal einen Ton daneben. Aber das passiert bei der Aufregung.“

Laut Spielregeln schließt sich Nina einem der Juroren an, die sich umgedreht haben. Ihre Wahl fällt auf Nena. „Ich bin mit ihr groß geworden“, lautet die schlichte Begründung. Ob sie es mit Nena ins Finale schafft? Auf einmal hält sich die sonst so schlagfertige Sängerin zurück: „Ich kann mich nicht einschätzen und weiß nicht, wie weit ich komme.“ Immerhin: Eine Runde ist Nina schon weiter.

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