Die ersten 100 Tage im Spagat

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Zieht eine erste Bilanz: Parlamentschefin Sieglinde Nöller.

Offenbach (mcr) - Politikern, die es auf wichtige Posten schaffen, gönnt ein ungeschriebenes Gesetz 100 Tage Zeit, sich in ihren neuen Aufgaben einzurichten. Dann ist eine erste, idealerweise richtungsweisende Bilanz fällig.

Offenbachs Stadtverordnetenvorsteherin Sieglinde Nöller genehmigt sich da keine Ausnahme. Die wie ihr Vorgänger Erik Lehmann der CDU-Fraktion entstammende Rechtsanwältin und Mutter zweier Kinder legte im Mai ihren Amtseid ab und hat jetzt einen ersten Rückblick auf ihre bisherige Zeit als Erste Bürgerin Offenbachs abgeliefert. Im Wortlaut:.

„Zunächst kann ich feststellen, dass ich in meiner neuen Funktion von Bürgern und Bürgerinnen, Vereinen und Institutionen äußert gefragt bin und zu vielen Anlässen gebeten werde. Das ist eine spannende Erfahrung für mich. Es macht mir Riesenspaß, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten und hier die überwiegend positive Einstellung der Offenbacher aller Couleur zu ‘ihrer Stadt’ zu spüren, die ihre Heimatstadt ist oder zu ihrer Heimatstadt geworden ist.

Ich treffe auf Menschen, mit einem hohen gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Engagement, die mir das Gefühl vermitteln, dass in dieser Stadt ein großes Potenzial steckt - sie dadurch noch entwicklungsfähig ist.

Wirtschaftskraft nach Offenbach bringen

Es macht mich stolz und glücklich, das Stadtparlament zu vertreten. In einem ersten Schritt habe ich eine Bürgersprechstunde eingerichtet (...). Neben Bürgerfreundlichkeit habe ich das Anliegen, meine in langen Berufsjahren gewachsenen Kontakte zu nutzen, um Wirtschaftskraft nach Offenbach zu bringen. Ich habe großes Interesse, bestehende Aktivitäten der Stadtverwaltung zu befördern und dies auch schon in Gesprächen signalisiert.

Die Aufgaben, die sich aus meinem Amt ergeben, sind vielfältig und verantwortungsvoll und in der Regel neben einer beruflichen Tätigkeit wahrzunehmen. Bei diesem Spagat zwischen den hohen Anforderungen des Amts und meiner selbständigen, mich fordernden beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwältin bin ich natürlich darauf angewiesen, dass meine Referentin mit Ihrem Team des Stadtverordnetenbüros nicht nur die Sachverhalte aufbereitet, sondern auch rechtliche Überprüfungen vornimmt.

„Die Rolle der Stadtverordnetenvorsteherin wird weiter gestärkt“

In der Führung des Parlamentes ist es nicht immer einfach, die Position der Vorsteherin und die damit verbundene Verantwortung in ihren rechtlichen Möglichkeiten dem einzelnen Stadtverordneten so nahe zu bringen, dass diese keine persönliche bzw. politische Note enthält. Dazu gehört es unter Umständen auch, dafür Sorge zu tragen, dass das Parlament sich wirklich nur mit Themen beschäftigt, die in die Zuständigkeit der Kommunen gehören.

(...) Im Hinblick auf die neue Fassung der Hessischen Gemeindeordnung, die in diesem Jahr verabschiedet werden soll, ist festzustellen, dass die Rolle der Stadtverordnetenvorsteherin im Wandel begriffen ist und weiter gestärkt wird. Sie erfordert verantwortungsvolles Handeln in eigener Kompetenz und Unabhängigkeit. Ich nehme diese Herausforderung gerne und mit meiner ganzen Persönlichkeit, meinem eigenen Stil und Schwung an und freue mich auf die nächsten fünf Jahre.“

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