Beschränkungen im Zentrum

Erster Bebauungsplan für gesamtes City-Gebiet entworfen

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rot = Kerngebiet: Handel und Gastronomie; beige = Mischgebiet: Gewerbe und Wohnen; rosa = Wohngebiet: Läden und Gaststätten erlaubt; lila = Flächen für Gemeinbedarf: Schulen, Ärzte, etc.; orange = Öffentliche Straßenverkehrsflächen; grün = Öffentliche Grünflächen

Offenbach - Neue Spielhallen, Wettbüros oder Bordelle dürfen sich in der Innenstadt nur noch in deren Kern ansiedeln und dann auch nicht mehr im Erdgeschoss. Das unter anderem sieht der Entwurf des künftigen City-Bebauungsplans vor. Von Sarah Neder 

Jede Menge Bauprojekte, Veränderung im Einzelhandel, überarbeitete Verkehrslagen – Offenbachs Innenstadt ist ständig im Wandel. Das Amt für Stadtplanung und Verkehrsmanagement legt einen ersten Bebauungsplan für jenes Gebiet vor, das Berliner, Karl-, Bismarck- und Mainstraße begrenzen. Den provisorischen Entwurf hat Matthias Seiler vom Stadtplanungsamt gestern der Presse präsentiert. Die Planer teilen das etwa 600.000 Quadratmeter große Zentrum grob für drei Nutzungsarten ein. Den größten Raum nimmt das sogenannte Mischgebiet mit 200.000 Quadratmetern ein. Dort dürfen sich sowohl Wohnungsbau als auch – verträgliches – Gewerbe ansiedeln. Etwa ein Sechstel der innerstädtischen Fläche macht das Kerngebiet aus, das sich rund um die Fußgängerzone an Frankfurter Straße und Herrnstraße sowie an Markt- und Wilhelmsplatz ballt.

Mit dem Konzept für das innere Stadtzentrum will das Rathaus auch neue Richtlinien für die anfangs genannten Vergnügungsstätten aufstellen. Die Planer wollen die Ausbreitung solcher Etablissements eindämmen, indem sie möglichst unattraktive Vorgaben machen. So soll das Erdgeschoss für solche Einrichtungen bald Tabuzone werden. Seiler betont: „Wir wollen keine abgeklebten Fensterscheiben mehr auf Augenhöhe.“ Zockerbuden, die schon da sind, genießen Bestandsschutz. Was als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen wird, soll laut Seiler möglichst ruhig gehalten werden. Ein anderes Ziel des Bebauungsplans ist, Handel und Dienstleistung in der Innenstadt zu stärken. Eine Besonderheit Offenbachs sei, dass viele Menschen im Kern lebten: „Die Aufgabe ist, das Nebeneinander so zu regeln, dass alles reibungslos funktioniert.“ Ab Ende Februar liegt der Entwurf des Bebauungsplans für einen Monat öffentlich aus. Dann können sich Bürger informieren und eventuelle Änderungsvoschläge oder Kritik daran äußern. Anschließend entwickeln die Stadtplaner den endgültigen Planentwurf, den das Stadtparlament billigen muss.

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