Werbetermin für Baugebiet „An den Eichen“ lockt unerwartet viele potenzielle Käufer

Erstes Etwas im Nichts

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Weil die ersten Wohneinheiten im Neubaugebiet „An den Eichen“ wie die Glieder einer Kette miteinander verbunden sind, heißen sie Kettenhäuser. 120 Domizile unterschiedlicher Größe und Machart sollen im Ex-Lohwald entstehen.

Offenbach ‐ Im Moment wirkt es trostlos, das Gelände, das bis vor ein paar Jahren Lohwald hieß. Auch damals schaute es trostlos aus, wenn auch anders trostlos. Lohwald galt als sozialer Brennpunkt. Vor zehn Jahren beschloss der Magistrat das Ende des Viertels am Waldrand. Mit den Wohnblocks verschwand der Name, Lohwald wurde zu Waldheim-Süd, dann zwecks besserer Vermarktung zu An den Eichen. Heute stehen dort bereits einige neue Häuser. Von Stefan Mangold

Wer „in der Pampa“ sagt, liegt nicht ganz falsch. Noch. Es gibt Wiese, Straßen, Lampen, Sand, Bäumchen und einen Spielplatz. Ein Haus ist bisher bewohnt. Doch bald sollen mehr Häuser einen Besitzer finden.

Überrascht von den vielen Besuchern 

Am Sonntag nutzten etliche potentielle künftige Bewohner die Möglichkeit, sich über die geplanten 120 Wohneinheiten An den Eichen zu informieren. „Wir sind überrascht von den vielen Besuchern,“ sagte Norbert Klan, Mitarbeiter der Baufirma Casa Nova aus Ulm. Er führte Interessenten durch ein Musterhaus. Wer einziehe, „braucht nach den momentanen Preisen lediglich 500 Euro im Jahr für Strom zu bezahlen,“ erklärte Klan. Im Winter herrschten dann warme, im Sommer angenehm kühle Temperaturen. Dafür sorge die Wärmepumpe. Die Fenster sind dreifach verglast, die Außenwände „nach neuestem Standard gedämmt.“ Die Kosten für Strom fielen an, um die Anlage in Gang zu halten.

Sieben kleine Straßen verlaufen quer zwischen den noch imaginären Bauten des Viertels. Ab dem Ginsterweg bis zur Kastanienstraße entsteht zum Südpunkt hin ein Projekt der Stadtwerke: Bauherrn können sich zusammenschließen, organisiert vom Büro des Darmstädter Architekten Klaus Leber. Passivhäuser sind geplant, ohne Heizkosten. „Den nötigen Strom erzeugen wir mit Photovoltaik,“ erklärte Leber. Was übrig bliebe an Sonnenenergie, werde verkauft oder lande später in den Stromtankstellen an den Carports am Rande.

Die Mitglieder der Bauherrengruppe verfügten auch über Gemeinschaftsräume, „die sich etwa zu Festen eignen.“ Im Außenbereich der Häuser sei „die Privatsphäre geschützt.“ Zu klassischen Streitereien in der Nachbarschaft käme es nicht, „nicht nach meiner Erfahrung.“ Denn Klaus Leber wohnt selbst in einem ähnlichen Projekt in Darmstadt.

Spielplatz ist schon fertig

Mehr zu "An den Eichen" finden Sie hier: http://www.offenbach.de/stadtwerke-offenbach-holding/holding/an-den-eichen/

Autos könnten die Straßen zu den Häusern nur zum Entladen befahren, erläuterte Architekt Frank Tyron von der Projekt-Verwaltungsgesellschaft, einer Tochter der Stadtwerke. Parken dürfen die Bewohner in den Carports“. Weit hätten sie’s vom Fahrzeug zur Tür jedoch nicht, „im schlimmsten Fall 25 Meter.“ Verglichen mit Parkmöglichkeiten in der Stadt, „eine Marginalie.“ Ansonsten liege der Vorteil auf der Hand: „Die Kinder können aus dem Haus auf die Straße rennen.“ Der Spielplatz ist ja schon fertig.

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