Im Rhein-Main-Gebiet verkauft - aber wo?

Es nimmt kein Ende: Salat mit Rattengift

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Offenbach - Die Serie von Lebensmittelskandalen reißt nicht ab. Aktuell warnen die Behörden dringend vor einem Romana-Salat, der mit Rattengift belastet ist und im Rhein-Main-Gebiet verkauft wurde. Was müssen die Verbraucher noch alles über sich ergehen lassen? Von Ralf Enders

Ob bereits jemand zu Schaden gekommen ist, steht noch nicht fest. An den Salatköpfen haften deutlich sichtbar blaue Granulate - das Rattengift „Raticid“, das vor allem im Ausland verkauft wird. Die Warnung kommt von einem Internet-Portal, das die Bundesländer und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit betreiben. Der Obst- und Gemüsegroßhändler Özdemir vom Frankfurter Großmarkt rufe den Salat „ortofrutticola La Trasparenza“ zurück, heißt es dort.

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Der italienische Gemüseanbauer „La Trasparenza“ („Offenheit“!) hat dem Frankfurter Ordnungsamt zufolge 110 Kisten Gift-Salat à zwölf Köpfe in die Großmarkthalle geliefert. Über weitere Lieferungen nach Deutschland ist derzeit nichts bekannt. Auch wie gegen den italienischen Produzenten vorgegangen wird, steht noch nicht fest. 104 Kisten seien noch im Großmarkt vernichtet worden. Der Gemüsegroßhändler selbst habe die kleinen blauen Körnchen dort entdeckt und pflichtgemäß die Behörden informiert. Recherchen ergaben: Eine Steige wurde im Offenbacher „Istanbul Markt“ in der Goethestraße verkauft, eine weitere dort noch rechtzeitig vernichtet. Von den restlichen vier Kisten sind drei nach Angaben der Stadt Offenbach an einen Offenbacher Empfänger gegangen, der „möglicherweise ein fliegender Lebensmittelhändler“ ist und seine Stände in der Region haben könnte. Problem: Die Salatpflanzen sind dem Offenbacher Pressesprecher Matthias Müller zufolge dort nicht angekommen. Auch wo die vierte Kiste gelandet ist, steht nicht fest.

Klar ist dagegen: Wer den Salat verzehrt hat, soll einen Arzt aufsuchen, Informationen gibt es auch bei der Giftnotrufzentrale Mainz unter der Telefonnummer 06131-19240. Der einmalige Verzehr kleinerer Mengen sei Toxikologen zufolge unbedenklich, berichtete der Hessische Rundfunk.

Lebensmittelskandale in Deutschland

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Die Behörden in Offenbach sind seit Donnerstag im Einsatz und den Salatkisten auf der Spur. Das Frankfurter Veterinäramt war sogar bereits am Dienstag informiert. Warum die Öffentlichkeit erst am gestrigen Freitag vor dem giftigen Salat gewarnt worden ist - die Antwort auf diese Frage verliert sich im Dickicht der Behörden und den Unzulänglichkeiten der deutschen Lebensmittelkontrolle.

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