Einmaliger Ausrutscher: ESO ordert 250 Tonnen mehr Streusalz

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Leise rieselt das Streusalz: Diesmal fühlt man sich für Schnee und Eisglätte auf Offenbachs Straßen gerüstet.

Offenbach - Es sind die untrüglichen Vorboten des nahenden Winters: Discounter und Baumärkte haben –schließlich ist in acht Wochen schon Weihnachten –Schneeschieber und eimer- oder säckchenweise Streusalz im Angebot. Von Matthias Dahmer

Und in Erinnerung an den vergangenen Winter, der im Gegensatz zum diesjährigen Sommer seinen Namen auch verdiente, hat der künftig wieder zwangsweise schiebende und streuende Verbraucher schon zugegriffen.

Vorratshaltung ist auch beim Stadtdienstleister ESO angesagt, der sich bekanntlich ums Offenbacher Straßennetz kümmern muss. Schließlich soll es nicht nochmal zu einem Ausrutscher kommen, der in der letzten Schneesaison bundesweit für eine Schlagzeile sorgte: Der Stadt ging das Streusalz aus. Dabei waren die Offenbacher nur die ersten, die es öffentlich verkündeten, anderen Städten erging es ähnlich.

„Silos sind gefüllt“

„Unsere Silos sind gefüllt“, kann ESO-Sprecher Oliver Gaksch vermelden. Im Vergleich zum Vorjahr wurden rund 300 Tonnen mehr geordert, davon 250 Tonnen Salz und 50 Tonnen Splitt. Man habe sich bei der Bestellung am Verbrauch des vergangenen strengen Winters orientiert. Damals waren alleine bis Ende Januar 630 Tonnen Salz und 150 Tonnen Splitt erforderlich, um die Unbilden des Winters zu bekämpfen. Nach wie vor wird der ESO aber mit zunächst 150 000 Euro auskommen müssen, welche die Stadt kraft Rahmen-Dienstleistungsvertrag ihrem Eigenbetrieb jährlich für den Winterdienst überweist. Mit der Pauschale kam man an der Daimlerstraße in den vergangenen Jahren auch ganz gut über die Runden. Bis der Winter 2010/2011 zuschlug: Satte 570.000 Euro kosteten Räumen und Streuen in dieser außergewöhnlich langen Kälteperiode.

Auf den Salzmangel des vergangenen Winters und die Tatsache, dass ein Nachordern nicht so leicht möglich war, reagiert Offenbach aber nicht nur mit größeren Bestellungen: Wie Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß berichtet, betreibt die Stadt künftig zusammen mit den Städten Rüsselsheim, Wiesbaden, Marburg, Bad Homburg, Langen, Neu-Isenburg und Darmstadt ein Salzlager in Wiesbaden, wo ab dem Winter 2012/2013 zusätzliche 1000 Tonnen für Offenbach bereit liegen. Jährlich wird das den städtischen Etat mit rund 12.500 Euro belasten.

ESO-Mitarbeiter Michael Rummel prüft den Maschinenpark für den Winterdienst.

Keine Einschnitte in den lokalen Winterdienst sind durch die angekündigten Sparmaßnahmen des Landes zu befürchten, das wie berichtet auf Landes- und Kreisstraßen nur noch eingeschränkt räumt und streut. Offenbach, sagt Paul-Gerhard Weiß, habe ohnehin die Verkehrssicherungspflicht für die Landes- und Kreisstraßen im Stadtgebiet, weshalb sich nichts ändern werde.

Keine wesentlichen Änderungen wird es wohl auch bei der Rangfolge der zu räumenden Straße geben. Eine Ausweitung auf die Seitenstraßen, eine Forderung aus Teilen der Politik, kann sich Weiß mit Blick auf die Kosten nur in Ausnahmefällen vorstellen. Die Prioritätenliste der Straßen, sagt er, werde jedes Jahr vom Bauamt in Abstimmung mit dem ESO überarbeitet, bleibe aber im Umfang in etwa gleich. So müse in diesem Winter zum Beispiel der Mainzer Ring mit ins Programm aufgenommen werden. Außerdem: „Im Vergleich mit anderen Städten liegen wir bei den Gesamtkilometern der geräumten Straßen im guten Mittelfeld“, so Weiß. Im Übrigen erinnert er daran, dass der ESO durchaus in dringenden Fällen auch oft „auf Zuruf“ räume.

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