Essen wie Gott in Hessen

+
Schmuck sieht es aus, das 1930 errichtete Bürgerhaus Rumpenheims. Rund 350 000 Euro flossen jetzt in die Sanierung. Am 15. August ist Neueröffnung.

Rumpenheim - „Wir wollen den Bürgern aus Rumpenheim und Umgebung am 15. August das Bürgerhaus wieder zurückgeben“, erklären die beiden neuen Geschäftsführer, Alexander Zeier und Farid Said von der Trady GmbH. Von Thomas Meier

Und Event-Managerin Claudia Niedernhöfer ergänzt: „Es soll wieder Leben ins altehrwürdige Haus kommen. Wir bieten unseren Gästen unendlich viele Möglichkeiten.“ Weil aber der Name „Bürgerhaus“ zuletzt doch arg litt, bekommt das Gebäude im Pfaffenweg 2 an der Bürgeler Straße einen neuen Namen: „im B“. Das steht zwar auch für Bürgerhaus, weckt aber keine alten Assoziationen.

Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Offenbach hat sich mit der Neuverpachtung des Bürgerhauses Rumpenheim Zeit gelassen. Die Vorgänger-Gastronomen Beata Stinski und Peter Stehling, im April 2007 gestartet, hatten nach knapp zwei Jahren aufgegeben. Zuvor hatte Andreas Hennig, der das Bürgerhaus fast zehn Jahre lang geführt hatte, Ende 2006 Insolvenz angemeldet.

Jetzt ist sich GBO-Chef Winfried Männche sicher, die richtigen Wirtsleute mit dem optimalen Konzept für die Bewirtschaftung gefunden zu haben. Rund 350 000 Euro wurden in den vergangenen Monaten ins 1930 errichtete ehemalige Rumpenheimer Badehaus gesteckt: Knapp 100 000 von der Trady GmbH, rund 150 000 von der GBO und 100 000 von der Brauerei Schmucker.

Hinter der frisch gestrichenen Fassade warten neben der Gastronomie inklusive Gartenlokal und separatem Raucherraum ein großer und ein kleiner Saal für Veranstaltungen aller Art. Im Gastraum des Restaurants „iss gut“ lautet das Motte der neuen Betreiber „Essen wie Gott in Hessen“. Der Raum mit seinen 75 Plätzen wurde modern gestaltet. Sein Zentrum bildet ein Kamin, mit dem an kalten Tagen so richtig eingeheizt wird. Eine gemütliche Einrichtung in sand und terrakotta und dunklem Holz lädt zum Verweilen ein.

Der alte Baumbestand in der „Gaddewirtschaft“ im B. bietet viele Schattenplätze, aber auch die Sonnenhungrigen kommen zu ihrem Recht. Der lauschige Biergarten fasst bis zu 200 Besucher.

Jede Menge Platz für (fast) alles

Die Festhalle bietet bis zu 500 Personen Platz, 330 Sitzplätze sind in dem 350 Quadratmeter großen Saal mit Bühne stellbar. Hier bieten sich den neuen Betreibern zufolge die „unendlich vielen Möglichkeiten“, individuelle Wünsche und Vorstellungen umzusetzen. Rund 300 Tage im Jahr soll es hier brummen, sagt Claudia Niedernhöfer. Fastnacht, alle Vereinsfestivitäten, Hausmessen, Privatfeiern, Hochzeiten, Politdiskussionen - alles geht.

Für die Bühne gibt es eine neue Musik- und Beleuchtungsanlage. Absichtlich halten die neuen Chefs den Saal schlicht, „denn wir möchten ihn in kurzer Zeit verwandeln können von der Disco über den Tagungsraum bis hin zum Hochzeitsraum“, sagt Zeier. Nach Herzenslust solle hier getagt, diskutiert, getanzt, präsentiert, meditiert, gefeiert, gesungen und geschunkelt werden.

Alle drei Örtlichkeiten im Erdgeschoss sind barrierefrei. Ein Aufzug ermöglicht den Zugang zum „iss gut“ und zur Festhalle.

Im ersten Stock befinden sich der „Kleine Saal“ mit schöner, heller Theke und zirka 70 Plätzen für kleinere Veranstaltungen wie Jubiläen, Geburtstagsfeiern, Lesungen, Seminare, Ausstellungen und mehr sowie der Raucherraum mit 20 Plätzen.

In allen Räumen und im Freien wird es das gleiche Angebot an Speisen und Getränken geben. Hessische Küche haben sich die Macher auf die Fahnen geschrieben, doch werden auch Themenwochen initiiert. Dann kann’s auch bayrisch zugehen oder Spezielles aus der Karibik auf der Karte stehen.

Täglich wechselnde Mittagessen ab fünf Euro soll es geben, Kinder bis zu sechs Jahren zahlen für Speisen „im B.“ nichts und die „Kleinen“ bis zu zwölf Jahren die Hälfte.

Die Preise für die Großen sollen der Qualität der Gerichte entsprechen, eine Rindswurst ist für 3,50 Euro zu haben, das Rumpsteak mit Bratkartoffeln zu 14,50 Euro.

Die Macher der Trady GmbH haben Erfahrungen an vielen Orten gesammelt, nicht nur in der Gastronomie, auch als Veranstaltungsprofis. Zeier war Caterer und in der Gastronomieberatung europaweit tätig. Die neuen Betreiber des Bürgerhauses setzen in erster Linie auf die Veranstaltungen.

Kommentare