EVO-Gelände am Ostendplatz: Streit um Bebauung

Bieber - Das Gelände an der Südseite des Ostendplatzes soll bebaut werden. Für das 850 Quadratmeter große Grundstück an der Wikingerstraße/Oberhofstraße, das der Energieversorgung Offenbach gehört, ist der Neubau eines Mehrfamilienhauses vorgesehen. Von Veronika Szeherova

Das bestätigt EVO-Vorstandsmitglied Dr. Kurt Hunsänger auf Anfrage unserer Zeitung. Wann die Bauarbeiten beginnen, darauf will sich Hunsänger nicht festlegen. „Das entscheidet der Bauträger. Aber noch ist das Grundstück nicht verkauft.“ Architektonisch sind die Pläne jedoch weit vorangeschritten. In dem modernen, zweistöckigen Haus sollen sich fünf bis sechs Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 500 Quadratmetern befinden.

Es sei, so der EVO-Vorstand, „eine vernünftige Bebauung mit viel Grün drumherum“. Sie stelle eine große Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand dar. Zudem müsse die EVO als Eigentümerin der Verkehrssicherungspflicht nachkommen, was mit einer Brachfläche nicht gewährleistet sei.

Das Projekt stößt jedoch nicht überall auf Gegenliebe. Sowohl die Interessengemeinschaft Bieberer Ortsvereine als auch die Offenbacher CDU pochen darauf, dass das Areal unbebaut bleibt. Das sei von Oberbürgermeister Horst Schneider während seines Wahlkampfs 2011 zugesichert worden. „Da erleben die Bieberer gerade die Zuverlässigkeit von Schneider-Versprechen“, wettern CDU-Kreisvorsitzender Stefan Grüttner und CDU-Fraktionschef Peter Freier.

Auch die IGBOV-Verhandlungsführer Hans Winter und Heinz-Josef Lorz sind „von den Offenbacher Politikern maßlos enttäuscht“, wie sie in einer schriftlichen Stellungnahme betonen: „Wir fühlen uns hinters Licht geführt, man hätte sich nur an die Abmachungen halten sollen, dass der Platz nicht bebaut wird. Dies geschieht nun doch, trotz mehreren Zusagen des Oberbürgermeisters und der Stadtverordnetenversammlung, wir sehen, dass man keine Abmachungen mit der politischen Spitze der Stadt schließen sollte.“

Schneider spricht von einer „politisch motivierten Emotionalisierung“. Er habe bezüglich einer Bebauung weder etwas versprechen noch beschließen können, da das Grundstück nicht städtisch sei. Zur Sprache sei nur gekommen, dass das Gelände „vorläufig nicht bebaut wird“, betont der OB. Eine Aussage, die Hunsänger bestätigt.

Bei einem Treffen mit der IGBOV habe man darüber gesprochen. Dass diese nun so reagiert, überrascht Schneider: „Das Haus fügt sich wunderbar ein. Es sind Wohnungen, wie man sie sich für Offenbach wünscht.“

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