Auf dem Markt behauptet

Offenbach (mad) ‐ Trotz turbulenter Monate im Zuge der Diskussionen um die Eigenständigkeit, blickt die Energieversorgung Offenbach (EVO) zufrieden auf das Geschäftsjahr 2009/2010 zurück.

Man habe die eigenen Erwartungen erfüllt, die Umsatz- und Ergebnisziele leicht übertroffen, sagte gestern Vorstandsvorsitzender Michael Homann. In Zahlen: Im Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen den Rekordumsatz von 342,5 Millionen Euro, knapp 29 Millionen mehr als im Vorjahr. Der Überschuss stieg um 1,4 Millionen auf 22,4 Millionen Euro. Verantwortlich für den Anstieg ist laut Homann das Wachstum im Stromgeschäft, wo die Erlöse um 26,6 Millionen Euro nach oben gingen.

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Nach wie vor ist die EVO der Gewinnbringer für Offenbach: Zehn Millionen Euro gehen als Dividende an die Stadtwerke Offenbach Holding. Den gleichen Betrag erhält der EVO Mutterkonzern MVV Energie AG in Mannheim. Die beiden sind Hauptaktionäre, halten 49,9 beziehungsweise 50,1 Prozent am regionalen Energieversorger. Rund 574 000 Euro werden an die Anteilseigner aus dem Kreis der Mitarbeiter ausgeschüttet.

Für Vorstandschef Homann ist das Ergebnis der Beweis, „dass wir trotz des starken Wettbewerbs auf dem Energiemarkt erfolgreich arbeiten können“. Das gelte auch für den Bereich der privaten Strom- und Gaskunden. Deren Zahl habe sich um rund 5 200 erhöht. Die EVO beliefert rund 170 000 Haushalte der Region mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Wasser. Mit dem Strom macht das Unternehmen rund zwei Drittel seines Umsatzes.

Der Versorger beschäftigt am Standort Offenbach insgesamt 870 Leute. 685 davon sind direkt bei der EVO AG tätig, der Rest in den bisherigen Tochterfirmen „24/7 Metering GmbH“ und „24/7 United Billing GmbH“. Sie sind für Zähler und Abrechnungen in der MVV-Gruppe zuständig. Die beiden arbeiten künftig unter einheitlicher Führung als „Shared-Service-Center GmbH“ (SSC) am Standort Offenbach zusammen. An der SSC halten die EVO und die Stadtwerke Kiel jeweils 24,5 Prozent, die MVV 51 Prozent. Ob bei der SSC mit Jobabbau zu rechnen ist, ließ Homann offen.

Energiepreise werden weiter steigen

Beschlossene Sache ist indes, dass bei der EVO AG im Zuge der Umstrukturierungen im MVV-Konzern bis 2020 insgesamt 45 Arbeitsplätze wegfallen. In einer Betriebsvereinbarung sei festgehalten, dass der Personalabbau ausschließlich über Altersverrentung laufe, so Homann. Alle Abteilungen seien davon betroffen.

Obwohl die EVO nach der Konzernvereinbarung künftig Einschränkungen in ihrem Vertriebsgebiet hinnehmen muss, ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt davon, dass sich das nicht negativ auf die Bilanz auswirken wird. Im Gegenteil: „Wir werden eher gewinnen“, meinte Hohmann. Es gelte, sich künftig auf die „gewerblichen Mittelständler“ zu konzentrieren.

Bei der Entwicklung der Energiepreise geht der EVO-Vorstandschef davon aus, dass diese weiter steigen werden. Unter anderem wegen der Atompolitik des Bundesregierung sowie der Tatsache, dass ab den Jahren 2012/2013 der Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten kostenpflichtig werde.

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