Genossen-Disput um Konzessionsentzug für die EVO

Offenbachs AfA irritiert Heusenstamms SPD

Offenbach - Die Entscheidung der Heusenstammer Stadtverordneten, der Energieversorgung Offenbach das örtliche Stromnetz zu entziehen und der Obertshausener Maingau den Vorzug zu geben, mündet in einen Disput unter Sozialdemokraten aus beiden Kommunen.

Die SPD-Arbeitsgemeinschaft fordert für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der Stadt die Genossen in der kleineren Nachbarkommune auf, sie möchten sich für eine Revision des Parlamentsbeschlusses stark machen. Es geht dabei zum einen um die Erhaltung eines starken kommunalen Einflusses auf die Energieversorgung, weil die Maingau als unter dem Einfluss des Stromriesen RWE stehend gilt. Zum anderen befürchtet die AfA, das Abschmelzen des EVO-Versorgungsgebiets könne Arbeitsplätze gefährden; auch aus Obertshausen gibt es Signale, dass man sich bei der Konzessions-Neuvergabe dem Gasversorger und Strom-Neuling Maingau zuwenden könnte.

Rolf Lang, SPD-Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzender in Heusenstamm, zeigt sich in einer E-Mail an den Offenbacher AfA-Vorsitzenden Stefan Metz irritiert: „Etwas erstaunt habe ich in der Presse gelesen, dass die AfA Offenbach-Stadt eine öffentliche Aufforderung an die SPD Heusenstamm hat verlauten lassen. Es erschließt sich mir nicht, wieso Ihr öffentlich unter Einschaltung der Presse mit uns kommuniziert. Ich sehe das mal positiv und vermute, die Offenbach-Post hat da etwas falsch verstanden.“

Die „Offenbach-Post“ hat nichts falsch verstanden. Ihr liegt ein von den Vorsitzenden Stefan Metz und Filippos Kourtoglou unterzeichneter Appell der AfA von Stadt und Kreis vor. Der enthält die Aufforderung an alle Gemeindevertreter, also auch an die der SPD, „ein neues, gerechteres Verfahren im Sinne der Bürgerinnen und Bürger einzuleiten und auch offen darüber Auskunft zu geben, wer hinter den Anbietern steht“.

Aktuell schreibt der Offenbacher Metz seinem Heusenstammer Genossen Lang: „Diese Entscheidung in Heusenstamm entspricht nicht einer sozialdemokratischen Grundeinstellung und verhindert eine angestrebte Kommunalisierung der Energiewirtschaft auf breiter Basis. Deshalb werden wir alles daran setzen, dies mit geeigneten Maßnahmen zu verhindern.“

tk

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