30 Millionen Euro gegen Pleite

Ex-Klinikchefs unter Beschuss

Offenbach (tk) - Eine Sondersitzung der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung erbrachte gestern Abend nicht nur den einstimmigen Beschluss, das Klinikum mit einer erneuten 30-Millionen-Euro-Finanzspritze vor der ansonsten Ende des Monats unausweichlichen Insolvenz zu bewahren.

Sie vermittelte auch, dass der Magistrat nicht unbedingt gewillt ist, die frühere Geschäftsleitung des Krankenhauses ungeschoren davon kommen zu lassen.

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Noch lange am Tropf

„Wir prüfen zusammen mit Rechtsanwälten, ob Regressforderungen möglich sind und ob ein strafwürdiges Verhalten vorliegen könnte“, sagte der neue Klinikdezernent, Bürgermeister Peter Schneider (Grüne). Dem war eine Debatte über die Frage vorangegangen, wie das Krankenhaus derart tief in die Finanzmisere rutschen konnte: Allein 2011 fehlten 46 Millionen Euro.

Eigentlicher Anlass der Sitzung war die Verabschiedung eines Nachtragshaushalts, mit dem das Eigenkapital des Klinikums kurzfristig um weitere 30 Millionen Euro aufgestockt wird. Ohne das Geld könnte das Krankenhaus trotz Erfolgen bei der Sanierung seinen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen. Der städtische Rettungszuschuss erhöht sich damit auf nunmehr 120 Millionen Euro.

Rubriklistenbild: © Archiv: Georg

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