Fall Peter Walter (CDU)

Ex-Landrat wegen Untreue vor Gericht

+

Offenbach/Darmstadt - Der frühere Landrat des Kreises Offenbach, Peter Walter (CDU), soll Geld am Kreistag vorbei versprochen haben. Deswegen muss sich der 60-Jährige seit Mittwoch wegen Untreue vor dem Landgericht Darmstadt verantworten.

Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen, jetzt erlebe er aber ein Spießrutenlaufen: Der frühere Landrat des Kreises Offenbach, Peter Walter (CDU), hat vor Gericht den Vorwurf zurückgewiesen, 2009 als Landrat am Kreistag vorbei 78.000 Euro versprochen zu haben. Alles sei zum Wohl von Unternehmen und Arbeitsplätzen geschehen, und das nicht hinter vorgehaltener Hand. "Niemand kann mir eigennütziges Verhalten vorwerfen", ließ der 60-Jährige am Mittwoch zu Beginn des Prozesses seinen Verteidiger vor dem Landgericht Darmstadt eine Erklärung verlesen. "Es ist aber der Eindruck entstanden, als hätte ich in die Kasse gegriffen."

Der Vorwurf der Untreue hänge mit dem Verkauf von Anteilen am Regionalflugplatz Egelsbach bei Frankfurt zusammen, der damals von der Insolvenz bedroht war. Walter habe der finanziell klammen Gemeinde Egelsbach zugesagt, der Landkreis übernehme für sie 78 000 Euro. Mit dem Geld wurden laut Ermittlungen Anwälte bezahlt, die der Gemeinde - Anteilseigner am Flugplatz - im Streit um den Verkauf von Anteilen helfen sollten. Mitgesellschafter am Flughafen war damals neben anderen auch der Landkreis Offenbach.

Für Erhalt des Flugplatzes gekämpft

Walter sagte, er habe befürchtet, eine Insolvenz könnte Unternehmen und Arbeitsplätze mitreißen. Deshalb habe er für den Erhalt des Flugplatzes gekämpft und der Gemeinde Egelsbach aus der Patsche helfen wollen.

Der Anteile-Verkauf hatte in dieser Zeit für erhebliche Diskussionen gesorgt, Bürger wollten dies verhindern. Schließlich wurde 2009 die Privatfluggesellschaft NetJets Mehrheits-Anteilseigner. Ein zweiter Verhandlungstermin ist am 21. Februar geplant.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare